Wozu eigentlich das Higgs-Teilchen?
Meine heutige Gastautorin ist Marlene Weiss, die am CERN in Genf über topologische Stringtheorien promoviert hat.
Jetzt hatten wir uns alle schon von den Liebsten verabschiedet, wieder mit Rauchen und Trinken angefangen und der Schwiegermutter endlich gesagt, was wir von ihr halten, und dann – wer hätte das gedacht – ist die Welt mit dem Start des LHC am 10. September doch nicht untergegangen. Blöd gelaufen. Aber da es nun noch einen Aufschub gibt, zumal der LHC derzeit ja ohnehin darnieder liegt, können wir uns entspannt zurücklehnen und über den Sinn des Daseins nachdenken.
Zwischen dem Moment der Erleichterung, in dem man realisiert, dass es noch einmal gut gegangen ist, und dem Moment, in dem man wieder voll in der Realität verhaftet ist und sich den Kopf zerbricht, wie man das mit der Schwiegermutter wieder hinbekommt, schwebt man ja manchmal sozusagen in höheren Sphären, berauscht von den unbegrenzten Möglichkeiten des neu geschenkten Lebens. Da stellen sich plötzlich die seltsamsten Fragen, auf die man sonst nie gekommen wäre. Zum Beispiel folgende: Wozu brauchen wir eigentlich dieses Higgsteilchen, das der LHC finden soll?
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