wissenslogs Fischblog scilogspreis

Selbsttäuschung mit Mangroven

22. Juli 2008, 15:33

Die Schutzwirkung dichter Mangrovenwälder hatte ich hier ja anlässlich der Birma-Sturmflut schon kurz erwähnt – es sei an dieser Stelle noch einmal auf die lesenswerte Diskussion in den Kommentaren verwiesen –, viel bedeutsamer, weil alltagsrelevanter ist allerdings anderer Aspekt. Gestern schrieb Kosmologger Jan Hattenbach auf der Spektrum-Homepage von den negativen Folgen, die das Verschwinden der Mangrovenwälder für die Küstenfischerei in vielen Regionen der Welt hat. Die Situation ist zumindest besorgniseregend:

Weltweit wurden Schätzungen zufolge bereits mehr als die Hälfte der ursprünglich vorhandenen Mangrovenwälder vernichtet. Schon in 20 Jahren könnten sie völlig verschwunden sein.

Die Uferwälder sind Lebensraum, Brutgebiet und Kinderstube für etwa ein Drittel der Fischarten, die vor Mangrovenküsten wirtschaftliche Bedeutung haben. Wie man bei Jan nachlesen kann, haben Forscher in Mexiko jetzt eine direkte Beziehung zwischen Mangrovenzerstörung und Fangrückgängen festgestellt. Ein beträchtlicher Teil der Bewohner von Mangrovenküsten ist direkt von der Küstenfischerei abhängig. (weiter)

Geschrieben in Biologie , Klima und Umwelt . Kommentare: (5). Trackbacks: (0). Permalink


Was ist eigentlich euer Problem?

16. Juli 2008, 13:31

"Nichts in den Geisteswissenschaften ergibt einen Sinn außer im Lichte der Biologie." hat, zugegebenermaßen schon vor einiger Zeit, der Evolutionsbiologe Ulrich Kutschera aus Kassel zu Protokoll gegeben. Womit er bei Lichte besehen absolut Recht hat. Schließlich stammt all das, womit sich Geisteswissenschaftler beschäftigen, in letzter Konsequenz aus den knapp drei Pfund Wabbelkram, die wir alle unter der Schädeldecke tragen, und die sind nun mal ein Produkt der Evolution.

Aber was sagt uns das jetzt auf praktischer Ebene? Muss jetzt der Literaturwissenschaftler, Linguist, Logiker alles, was er bisher so getrieben hat, in die Tonne treten? Wohl kaum. Kutscheras Feststellung läuft darauf hinaus, dass in den Wissenschaften eben doch alles mit allem zusammenhängt, wenn man nur genau genug hinguckt. Eine Überlegenheit der Biologie lässt sich auf diese Weise nicht begründen. Ganz abgesehen davon, dass Germanistik auch im Lichte der Biologie natürlich auch weiterhin mit den Methoden der Germanistik betrieben wird, kann die biologische Perspektive, wie Michael in "Natur des Glaubens" demonstriert, den Geisteswissenschaften neue Wege öffnen.  (weiter)

Geschrieben in Biologie , Chemie , Biochemie und Molekularbiologie , Physik . Kommentare: (34). Trackbacks: (0). Permalink


szmtag