11. November 2009, 16:08
Wegen des großen und überraschenden Erfolgs hier ein paar
Worte zu Sinn und Entstehungsgeschichte meiner Open-Access-Petition.
Zuerst einmal bezieht sich die Petition ausschließlich auf
wissenschaftliche Veröffentlichungen, die nach
einem Peer Review in den einschlägigen Fachzeitschriften publiziert werden.
Nicht gemeint sind populärwissenschaftliche Publikationen, Bücher, Berichte aus
Tageszeitungen und andere Texte, die Verlage von Autoren einkaufen. Außerdem gibt es zwei sehr unterschiedliche Modelle
des Open Access. "Goldener" Open Access bedeutet, dass die Fachzeitschrift selbst
kostenlos zugänglich ist. Das ist nicht Thema der Petition. Die Petition
bezieht sich ausschließlich auf "grünen" Open Access, bei dem die Autoren ganz
normal in Fachzeitschriften publizieren, aber das recht behalten, ihre Arbeit
anderweitig verfügbar zu machen, zum Beispiel in einem zentralen Online-Archiv. Derartige Vereinbarungen gibt es
bereits, allerdings nicht flächendeckend.
Die Idee hinter der Petition ist weder neu noch meine
eigene. Derartige Modelle sind seit Jahren im Gespräch und werden sich nach Meinung
vieler Experten langfristig durchsetzen, unter anderem aus ökonomischen Gründen.
Einen Überblick über die wichtigsten Argumente gibt dieses Interview mit Bora Zivkovic
von PLoS one.
Die Petition selbst entspricht weitgehend dem ersten Entwurf,
den ich vor einer Weile in meinem alten Blog zur Diskussion gestellt habe. Der Titel ist aber
nicht von mir, sondern von Bundestag.de ausgewählt. Man kann im Rahmen einer
online-Petition das für und wider von Open Access nicht erschöpfend
diskutieren. Ihr könnt also davon ausgehen, dass
ich eure privaten Lieblingsargumente dafür oder dagegen schon mal gehört habe,
auch wenn sie grad mal nicht drinstehen. Ihr seid natürlich trotzdem herzlich
eingeladen, sie in die Kommentare reinzuschreiben.
Ich bedanke mich schon mal bei allen Unterzeichnern und Unterstützern, insbesondere bei Klaus Graf sowie Bastian Greshake von den Piraten, und hoffe natürlich auf weiterhin reges Interesse.
Kritik aus berufenem Munde (bzw. berufener Feder) gibt es im Blog von Carsten Könneker.
Update:
Das Aktionsbündnis „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft", das auch die Göttinger Erklärung (pdf) veröffentlicht hat, unterstützt die Petition ebenfalls.
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Allgemein
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