Das Satellitenexperiment
Da hat man mir zu viel der Ehre zuerkannt. Das Team, das das Ganze gemacht hat, ist eine italienisch-östereichische Kollaboration, wobei der Hauptteil bei unseren italienischen Kollegen liegt.
Zur Präzisisierung was wir gemacht haben, und weil das auf der ORF-Homepage gefragt wurde: Wir haben nicht einzelne Photonen, sondern schwache Laserpulse hinaufgeschickt, so dass im Schnitt pro Puls nur 0,4 Photonen wieder zum Sendeteleskop zurückkommen. Dann haben wir genau geschaut, wann wir diese zurückkommenden Photonen registrieren. Da gibt es es jede Menge Hintergrund. Aber die richtigen Photonen erkennt man daran, dass sie genau zur richtigen Zeit wieder ankommen.
Diese Zeit weiss man, weil man genau die Distanz zum Satelliten kennt. Und da haben wir genau zu dieser Zeit signifikant öfter einzelne Photonen registriert als zu anderen Zeiten. Wir haben dann noch weitere statistische Analysen gemacht, um sicherzustellen, dass es sich nicht um ein Artifakt handelt.



Das klingt wie die Weiterentwicklung der Morsetelegraphie im Wilden Westen.
Jetzt habe ich als Laie eine Frage:
Wie groß ist die maximale Distanz, die man realistisch betrachtet auf diese Art überbrücken kann ohne daß die vermutlich auf weiten Distanzen zahlreicher vorkommenden störenden Photonen das Ergebnis verfälschen? Da muß es doch eine Obergrenze geben oder?
An alle Quantenmechaniker hier im Forum...
Es geht um das Mach-Zehnder-Interferometer wie in A. Zeilingers Buch "Einsteins Schleier" (Goldmann) auf S. 183 beschrieben. Allerdings zielt mein Gedankenexperiment auf eine "delayed-choice"-Modifikation desselben ab:
1. Der von links in das Interferometer einfallende Lichtstrahl (Teilchenstrom) wird auf eine Achse (horizontal od. vertikal) polarisiert. Im oberen Arm des Interferometers befindet sich ein Polarisationsfilter im 45°-Winkel zu dieser gewählten Achse. Das würde bewirken, dass keine Interferenz mehr auftritt, da die Wege nun unterscheidbar sind.
2. Bringt man nun vor den jeweiligen Detektoren am Ende der Interferometerarme jeweils ein Polarisationsfilter an, welches den Winkel des Filters im oberen Arm zu "verschleiern" vermag, so kann die Weginformation "ausgelöscht" werden und Interferenz findet wieder statt.
3. Nun heißt es ja beim "delayed-choice"-Experiment immer, die Entscheidung, diese beiden Filter vor den Detektoren zu postieren, könne auch noch getroffen werden, nachdem die entsprechende Teilwelle das Interferometer bereits komplett durchlaufen hat.
4. Was aber passiert, wenn die Detektoren einige Lichtjahre oder aber auch nur Lichtmillisekunden voneinander entfernt sind (mein Gedankenexperiment findet mit einem kontinuierlichem Teilchenstrom statt). Beide Filter sind nun vor den Detektoren mit entsprechendem Winkeln zur Auslöschung der Weginformation postiert. Durch plötzliches Verändern der Winkelstellung am Interferenzdetektor um 45° (also so, dass alle Photonen von diesem Filter geblockt werden, die über den unteren Arm an diesem Detektorfilter ankommen) kann ich für jedes Photon dort sagen, dass es den oberen Arm als Weg genommen haben muss. Damit würde aber die Interferenz - sofort - verschwinden und der einige Lichtjahre entfernte "Weg"-Detektor müsste instantan (mehr) Teilchen registrieren (die registrierte Teilchenmenge pro Zeiteinheit sollte sich also je nach Modifikation des Experimentes - instantan - ändern, womit eine überlichtschnelle Signalübertragung möglich wäre).
5. Da dies aber laut spezieller Relativitätstheorie nicht möglich zu sein "scheint", frage ich mich, wo hier der Denkfehler ist??
Würde mich über eine Gegenprüfung meines Gedankenexperimentes durch euch sehr freuen!!