Wissenslogs Der schöpferische Finanzmarkt

Systemrisiko eines Finanzmarktes reduzieren durch Verkürzung der Börsenöffnungszeiten

von Hans Sauer, 18. November 2009, 16:17

Der Prozess der Kursfeststellung im Finanzmarkt ist als nicht-objektivierbarer Messprozess immer auch mit der Vernichtung von Information verknüpft. Die Folge davon ist, dass Renditebildung in Finanzmärkten immer auch mit Effizienzverlust verbunden ist (außer beim risikolosen Investment, wo alle Informationen immer zu 100% in Wert "verwandelt" werden. Stichwort: "Sparbuch"). Mit dieser Erkenntnis bietet sich eine schnelle und sichere Methode an, die Effizienz der globalen Finanzmärkte zu steigern, sie also stabiler zu machen, indem man die Börsenöffnungszeiten verkürzt. Zum Beispiel würde eine Halbierung der Öffnungszeiten bei gleicher Kursfeststellungsrate automatisch eine Effizienzsteigerung von über 20% einbringen und das System- "Crash-" Risiko von Finanzmärkten mehr als halbieren.


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Kommentare

  1. anton erklärung
    18.11.2009 | 16:50

    ähm könnten sie das bitte weiter erläutern, wenigstens mit einem wikiartikel

  2. adenosine
    18.11.2009 | 17:27

    Beruht das System der Kursfeststellung nicht weniger auf Messprozessen als darauf, dass alle Markteilnehmer spekulative Modelle über den Mark und das Verhalten der anderen Markteilnehmer haben und daraus die wahrscheinliche Zukunft prognostizieren? Die tatsächlichen realen Information sind doch ein Teilaspekt. Ist nicht die Spieltheorie die angemessene Theorie?
    Würde nicht auch eine ordentliche Börsenumsatzsteuer die Märkte stabilisieren?

  3. Uwe Kauffmann @adenosine
    18.11.2009 | 20:31

    Hallo,
    Sie schreiben:

    "Teilaspekt. Ist nicht die Spieltheorie die angemessene Theorie?
    Würde nicht auch eine ordentliche Börsenumsatzsteuer die Märkte stabilisieren?"

    böse, böse.. :-))

    Gruß Uwe Kauffmann

  4. Klaus F Finanzmarkt
    18.11.2009 | 22:57

    Hallo Herr Sauer,
    jetzt wäre es wohl an der Zeit, dass Sie sich enttarnen!
    Ich vermute, Sie sind der Hape Kerkeling des Wissenschaftsjournalismus, der anhand seiner nach oben offen "Sauer-Skala S 1.0" zu messen versucht, bis wann man einem wissenschaftsinteressierten Publikum einen Bären aufbinden kann, ohne dass ein allgemeiner Aufschrei erfolgt.
    Aber vielleicht sehe ich das auch falsch, da mir möglicherweise als Betriebswirt der nötige Durchblick fehlt....
    herzlichst
    ein bemühter Leser

  5. Karl Bednarik Börsenöffnungszeit null
    19.11.2009 | 05:13

    Wenn die Börsenöffnungszeit nach null geht,

    dann geht auch das Systemrisiko des Finanzmarktes nach null.

  6. H. S. Information ist physikalisch
    20.11.2009 | 14:43

    "Hape Kerkeling des Wissenschaftsjournalismus", das ist gut. Später dann noch als "Königin Beatrix". Ich sehe das mal als Auszeichnung. Aber, was mache ich schon: Konkret wende ich die "Physik der Information" (Information ist physikalisch - Rolf Landauer) konsequent auf Finanzmärkte an - mit sofortiger Auswertung. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Dass dabei einige für uns "seltsame" Ergebnisse rauskommen, mag gewöhnungsbedürftig sein, ändert aber nichts. Man muss sich damit auseinandersetzen. Der DAX® besteht eben danach i. a. nicht aus seinen Bestandteilen, genauer, er besteht nur für N*=No aus seinen Bestandteilen. Für N* ungleich No handeln wir an der Börse etwas anderes. Ob uns das nun schmeckt oder nicht. Betriebswirtschaftliches Wissen kann dabei schädlich sein - beim Verstehen. Zur Enttarnung besteht kein Anlass.

  7. H. S. H. S. Nochmals zum Verstehen
    20.11.2009 | 15:00

    Eigentlich steht alles in meinem Blog. Nochmals: Es handelt sich um eine "Neuformulierung der Portfoliotheorie". Weg von der "Portfoliotheorie der Wertpapiere" hin zu einer "Portfoliotheorie der Information". Wir leben in einer Informationsgesellschaft!

  8. Karl Bednarik Entropie
    20.11.2009 | 15:09

    Sagte nicht Rolf Landauer, dass Information die gleiche Dimension wie die Entropie hat?

  9. Han Sauer @ K. Bednarik
    20.11.2009 | 15:33

    Wenn man Entropie so versteht, dass sie die Information ist, die man nicht hat. Ja.

  10. Hans Sauer @ K. Bednarik
    20.11.2009 | 15:33

    Wenn man Entropie so versteht, dass sie die Information ist, die man nicht hat. Ja.

  11. Luchs DAS soll gleich sein?!
    20.11.2009 | 17:08

    Karl Bednarik: "Sagte nicht Rolf Landauer, dass Information die gleiche Dimension wie die Entropie hat?"

    Hans Sauer: "Wenn man Entropie so versteht, dass sie die Information ist, die man nicht hat. Ja."

    Meines Wissens setzte Landauer die
    thermodynamischen Entropie und der informationstheoretischen Entropie gleich. Entropie hat die Dimension Energie pro abs. Temperatur. Information hat die Dimension 1 (Einheit bit). DAS soll dasselbe sein?!

    Um n bit zu verarbeiten, ist eine Mindestenergie E notwendig von
    E = nkT*ln2

    k ist die Boltzmannkonstante mit der Einheit J/K.

    Herr Sauer, jetzt geben Sie es endlich zu: Sie sind ein Hapeling!

  12. Hans Sauer @ Luchs
    20.11.2009 | 19:59

    Mein lieber Luchs: Rechenarbeit erfordert keine Verlustwärme. Rechenarbeit ist cool! Ich empfehle Ihnen Charles Bennett, der zeigen konnte, dass Landauers Prinzip falsch ist. Man definiert die Entropie einer beliebigen Verteilung w als S = -k lnw. Die Boltzmann-Konstante trägt nur aus historischen Gründen eine Dimension zur Umrechnung von Grad in Energieeinheiten. Für statistische Zwecke ist stets die Größe S/k von Interesse. Der statistische Entropiebegriff ist nämlich viel allgemeiner als der thermodynamische. Insbesondere setzt er keinen Temperaturbegriff wie die Definition dS = dQ/T voraus.Zum Einstieg in die Thematik "Entropie und Information" fangen Sie am besten bei Claude Shannon an.

  13. Luchs
    23.11.2009 | 12:09

    Sehr geehrter Herr Sauer,

    Sie schreiben: „Rechenarbeit erfordert keine Verlustwärme. Rechenarbeit ist cool! Ich empfehle Ihnen Charles Bennett, der zeigen konnte, dass Landauers Prinzip falsch ist.“

    Nach meinem Wissen hat Bennett gezeigt, dass im Prinzip jeder Rechenvorgang reversibel ist (cool), mit Ausnahme den Speicher zu löschen. Und dafür wird eben eine Mindestenergie E zur Verarbeitung von n bit benötigt, gemäß
    E = nkT*ln2

    Sie schreiben: „Man definiert die Entropie einer beliebigen Verteilung w als
    S = -k lnw.”

    Das gilt aber doch nur für das mikrokanonische Ensemble, oder? Der Finanzmarkt ist noch nicht einmal ein kanonisches Ensemble, sondern vermutlich ähnlich einem großkanonischen Ensemble, ein offenes System, in der Nähe des Gleichgewichts.

    Sie schreiben: „Die Boltzmann-Konstante trägt nur aus historischen Gründen eine Dimension zur Umrechnung von Grad in Energieeinheiten. Für statistische Zwecke ist stets die Größe S/k von Interesse.“

    Hmm, jein. Ich würde es so ausdrücken. Es gibt eine Äquivalenz zwischen Energie und Information und natürlich auch zwischen Entropie und Information, ähnlich der Äquivalenz zwischen Energie und Masse, gemäß Einsteins bekannter Formel E=mc². Aber Energie, Masse, Entropie und Information sind trotzdem eigenständige Entitäten der Physik.

    Sie schreiben: „Der statistische Entropiebegriff ist nämlich viel allgemeiner als der thermodynamische. Insbesondere setzt er keinen Temperaturbegriff wie die Definition
    dS = dQ/T voraus. Zum Einstieg in die Thematik "Entropie und Information" fangen Sie am besten bei Claude Shannon an.“

    Wie wird denn die Entropie ohne Verwendung einer Temperatur definiert? Und für welche Systeme hat diese Definition Gültigkeit?

    mfg
    Luchs

  14. Hans Sauer @Luchs
    23.11.2009 | 19:23

    Guten Tag Herr Luchs,
    wir führen hier doch eine Phantom-Diskussion. Sie bringen leider einiges durcheinander. Es war Landauer, welcher der Meinung war, dass das Löschen von Information Arbeit erfordern würde „Landauers Prinzip 1961“. Bennett, sein IBM-Kollege, konnte ihn 10 Jahre später davon überzeugen, dass das vermeintliche Löschen von Information im Computer doch keine Arbeit erfordern würde, weil es ein „Rückwärtslaufen“ - und keinen Löschvorgang darstellt. Die bekannten Gesetze der Thermodynamik stellen so keine prinzipiellen Grenzen für einen Computer dar. Weil das so ist, ist auch der Temperaturbegriff für einen Computer nicht sinnvoll, also ist S/k die entscheidende Größe und nicht die thermodynamische. Ich empfehle Ihnen dazu wirklich, bei Bennett die Beweisführung nachzuschlagen.

szmtag