Wissenslogs Der schöpferische Finanzmarkt

Was ist das Neue am "PORTFOLIOMODELL DER INFORMATION" ?

24. November 2009, 11:57

Es ist ein neues Verständnis der Finanzmarktwirklichkeit in einer Informationsgesellschaft. Es beruht auf der Vorstellung, dass nur die Entität Information die einzig durchgängige Realität im Finanzmarkt darstellt.

Substanzieller Wert (und substanzielles Risiko) sind darin nur kurzfristige durch den Prozess der Kursfeststellung in Erscheinung tretende Ereignisse. Die Vorstellung eines dauerhaften Substrats Finanzmarkt wird im Finanzmarkt-Modell 2.0 oder in der Anwendung des "∏-Modells" als eine falsche Abstraktion unseres Denkens betrachtet, und findet besonders in einer globalen Informationsgesellschaft keine sinnvolle Entsprechung mehr in der Wirklichkeit der Finanzmärkte.

Zur Verdeutlichung seien nur die aufwendigen Computer-Handelssysteme der internationalen Börsen (Handel mit Einsen und Nullen!) und nicht zuletzt die so genannten "strukturierten" Finanzprodukte angeführt, die sich aus mehreren Finanzinstrumenten zusammensetzen und oft genug ohne physische Substanz sind (also eigentlich strukturlos!) - und als Hauptursache der jetzt drei Jahre währenden Finanzkrise gelten.

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Systemrisiko eines Finanzmarktes reduzieren durch Verkürzung der Börsenöffnungszeiten

18. November 2009, 16:17

Der Prozess der Kursfeststellung im Finanzmarkt ist als nicht-objektivierbarer Messprozess immer auch mit der Vernichtung von Information verknüpft. Die Folge davon ist, dass Renditebildung in Finanzmärkten immer auch mit Effizienzverlust verbunden ist (außer beim risikolosen Investment, wo alle Informationen immer zu 100% in Wert "verwandelt" werden. Stichwort: "Sparbuch"). Mit dieser Erkenntnis bietet sich eine schnelle und sichere Methode an, die Effizienz der globalen Finanzmärkte zu steigern, sie also stabiler zu machen, indem man die Börsenöffnungszeiten verkürzt. Zum Beispiel würde eine Halbierung der Öffnungszeiten bei gleicher Kursfeststellungsrate automatisch eine Effizienzsteigerung von über 20% einbringen und das System- "Crash-" Risiko von Finanzmärkten mehr als halbieren.

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Funktioniert der globale Finanzmarkt wie ein "lokaler" Quanten-Computer?

10. November 2009, 11:23

Diese Frage stelle ich mir seit längerem. Man könnte meinen, dass der globale Finanzmarkt im Zeitalter der (Des)Information (nach Max Otte) tatsächlich wie ein lokaler*) Quanten-Computer arbeitet. So versorgen ihn weltweit Analysten, Banker, Notenbanker, Journalisten, Internet-Community, etc. permanent mit aktuellen Informationen, indem sie fortwährend einen Strom neuer und subjektiver Zufallsbits generieren. Die globalen Investoren (IGUS!) wählen daraus durch ihre Orderaufträge genau  e i n e  Information aus (Messproblem!). Die Kapitalisierung übernimmt am jeweiligen Börsenplatz der Market-Maker durch den Akt der Kursfeststellung (Messapparat!). Die übrigen Informationen sind dann allerdings für diesen Kursfeststellungsprozess "wertlos" (Kollaps!). So lässt sich der Akt der Kursfeststellung als "Quantensprung" verstehen, weil er  für einen Augenblick die Komplexität des Finanzmarkts durch Informationsreduktion zurücksetzt und zugleich einen kreativen "schöpferischen" Akt der konkreten Wert- (und Risikobildung) im Finanzmarkt initiert. Den Preis den wir dafür leider zu zahlen haben, ist der Verlust von Wissen.

In diesem Zusammenhang fällt mir eine sehr geistreiche Bemerkung von Sir Arthur Eddington ein, die ich hier für Finanzmärkte etwas abgewandelt habe:

“Der Akt der Kursfeststellung lässt uns ein Wertpapier einen Moment lang als festen Substanzwert wahrnehmen, um fast sofort wieder substanzlos als Information in den Handelssystemen  der globalen Wertpapierbörsen zu verschwinden.“


*) Ein "lokaler" Quanten-Computer arbeitet in einem  r e a l en  Informationsfeld (v≤c) im Unterschied  zum "nicht-lokalen" Quanten-Computer, der in einem  v i r t u e l l e n  Feld (v>c) arbeitet

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Nur ein dummes Portfolio ist ein gutes Portfolio

04. November 2009, 12:28

Was unterscheidet ein einzelnes Wertpapier von einem Portfolio? Für ein Wertpapier ist jede Information ein Risiko. Ein Portfolio dagegen besitzt eine Lücke.

Für ein rationales Wertpapier-Portfolio, z. B. zusammengestellt aus 30 Wertpapieren, errechnet sich nach FM 2.0 eine Informationslücke von 0,80 Bit/S. Konkret bedeutet dies, dass eine Informationszone von 0,20 Bit/S im Portfolio für die Verarbeitung von Informationen aus dem Finanzmarkt reserviert ist. Anders ein risikoloses Portfolio, das „dumm" ist und bleibt, da es sich "weigert", Informationen zu verarbeiten, weil es alle Informationen aus dem Portfolio hinausdrängt; seine Informationzone beträgt nämlich 0 Bit/S.

Allerdings kann die Informationslücke eines Portfolios auch negativ werden, was dann zum Kollaps der Risikoabschirmung des Portfolios führt, hier als "invertiertes" Portfolio bezeichnet. So zu beobachten 2008 im 4. Quartal während der Finanzkrise bei den Marktportfolios S&P 500© und DAX®.

Allgemein gilt, dass sich über die Größe der Informationslücke eines Portfolios seine Risiko- und Werteigenschaften eindeutig definieren. Je kleiner die Lücke, desto mehr Informationen dringen in das Portfolio ein, desto mehr Informationen aus dem Finanzmarkt muss das Portfolio verarbeiten - und desto risikoreicher wird es dadurch.

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OBJEKTIVE WERTPAPIER-KURSE SIND EINE ILLUSION oder FAIR IST NICHT GLEICH OBJEKTIV

02. November 2009, 16:48

"Der Kurs eines Wertpapiers im Finanzmarkt ist nicht objektivierbar."

Das lässt sich aus dem neuentwickelten relationalen bzw. informativen Finanzmarktmodell 2.0  "∏-Modell" ableiten. Es ist immer die Methode der Kursfeststellung, die über den Preis entscheidet. Insofern ist der Prozess der Kursfeststellung stets ein "kreativer" oder auch "schöpferischer" Akt (man denke bloß an die im April gelockerten Bewertungsregeln der FASB zu den "toxischen" Wertpapieren für US-Geschäftsbanken oder an die aktuelle Auseinandersetzung der IASB mit Banken und Versicherern zur Einführung neuer Bewertungsstandards in Europa). In der Alltagsrealität gibt es so etwas nicht. So hängt, z. B., die Höhe unserer Energie- (Strom-) rechnung nicht davon ab, ob sie analog oder digital gemessen wird. Die Ermittlung der Preise von Wertpapieren dagegen verletzt dieses Realitätskriterium.

Wenn sich also die Finanzindustrie wie die Börse Stuttgart, CMC Markets, Deutsche Bank, etc. mit "Best Price" / "Fair Price" / "Quality Price" -Garantien an die Anleger wendet, meint das nicht zugleich objektiv, schon gar nicht, dass die Anleger etwas über den wahren Wert des zugrundeliegenden Objekts erfahren. Und "Fair" ist der Preis auch nur dann, wenn die jeweilige Methode der Preisfeststellung transparent ist und zwischendurch nicht geändert wird - aber objektiv wird der Preis deswegen auch nicht.

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Wie konkreter Wert und Risiko aus Informationen entstehen und warum die These vom effizienten Markt unvollständig ist

30. Oktober 2009, 13:26

Was ist der wesentliche Unterschied zwischen der 40 Jahre alten "Efficiency Market Hypothesis" EMH von EUGENE FAMA und dem neuen "Finanzmarktmodell 2.0"  FM 2.0

1. Die EMH besagt, dass alle Informationen im Kurs eines Wertpapiers enthalten seien

Nachteil: Effizienz bleibt unbestimmt, muss postuliert werden, Übergang zum Kurs liegt im Dunklen, Finanzmarktrealität spricht dagegen, Zweifel an der Effizienz der Märkte spätestens seit der Finanzkrise 2008, getrennte Behandlung von Kurs und Information, Risiko bleibt unbestimmt, implizite Formulierung eines bis dato nicht bestätigten Informationserhaltungsgesetzes 


2. Das neue FM 2.0 besagt, dass alle Informationen von den Marktteilnehmern verarbeitet werden; diese wählen daraus durch ihre Kauf-/Verkaufsorders  e i n e  Information für den Übergang zu einem Kurs aus. Die "Materialisierung" übernimmt der Market-Maker durch den Akt der Kursfeststellung. Der Rest der Informationen ist für diese Kursfeststellung "wertlos"

Vorteil: Effizienz kann im Detail berechnet werden, Einführung der Äquivalenz von Wert, Risiko und Information im Finanzmarkt, kritische "Kollaps-Effizienz" kann ermittelt werden, die EMH ist als Sonderfall enthalten, Marktinformationen können mit jeder Kursfeststellung nacheinander eingearbeitet werden, Berücksichtigung des Entscheidungsverhaltens "Rationalität/Irrationalität" der Marktteilnehmer, Einbindung des Prozesses der Kursfeststellung (Market-Maker)

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RISIKO UND WERT SIND IM FINANZMARKT KEINE ERHALTUNGSGRÖßEN

27. Oktober 2009, 14:42

Im Finanzmarktmodell 2.0 "∏-Modell" wird der Beweis geführt, dass Risiko und Wert in einem Finanzmarkt keine Erhaltungsgrößen sein können. Risiko- und Wertinformation können nämlich in einem Finanzmarkt beliebig erzeugt und vernichtet werden. So gesehen verhalten sie sich wie physikalische Kräfte.

Dagegen  sind die Wahrscheinlichkeiten von Risiko und Wert Erhaltungsgrößen oder konkret formuliert:

In einem Finanzmarkt ist die Summe der Wahrscheinlichkeiten aus Risiko- und Wertinformation konstant.

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Der globale Finanzmarkt ist lokal und verletzt den Realismus

26. Oktober 2009, 20:17

„Lokal“ ist trival und bedeutet die Existenz eines realen Informationsaustauschs im Finanzmarkt mit der Lichtgeschwindigkeit als Höchstgeschwindigkeit.

„Verletzt den Realismus“ bedeutet, dass der Kurs eines Wertpapiers nicht objektivierbar ist, sondern von der Methode der Kursfeststellung abhängt. Den letzten Beweis dafür lieferten die globalen Notenbanken selbst, als sie die Geschäftsbanken 2008 dazu veranlassten, bei der Bewertung ihrer sog. „toxischen“ Wertpapiere vom bis dahin üblichen Mark-to-Market- zum für sie „günstigeren“ Mark-to-Model-Verfahren zu wechseln.

Nach Finanzmarktmodell 2.0

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Das Fundament des Finanzmarktes ist Information - nicht Wert

26. Oktober 2009, 14:09

Der Finanzmarkt ist wohl der menschliche Versuch, unsere Realität kopieren zu wollen. Gott würfelt perfekt, Menschen nicht. Deswegen finden sich einige nützliche Fehler in der Kopie. Man kann zeigen, dass der Finanzmarkt seinem Wesen nach aus JAs, NEINs und Überlagerungen davon besteht.

Sein Wissen verbirgt er in den Überlagerungen.

Leider wird dieses Wissen durch den Akt der Kursfeststellung fast vollständig zerstört. Durch ein paar einfache mathematische Operationen kann dieses Wissen, wenigstens teilweise, wiedergewonnen werden, z. B., um die Informationseffizienz des Finanzmarktes zu bestimmen. Viel komplizierter wird es, wenn es um die Dynamik, also Prognosewissen, geht.

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Finanzmärkte besitzen eine Doppelnatur

25. Oktober 2009, 14:05

Der Kernsatz des neuen Finanzmarktmodells 2.0 lautet:

Ein Wertpapier im Finanzmarkt ist nur im Moment der Kursfeststellung ein lokaler Wert. Ohne Kursfeststellung ist es nicht-lokale Information.*)

Vorteil: Effizienz von Finanzmärkten kann berechnet und muss nicht mehr postuliert werden - wie es durch die vor 40 Jahren von E. Fama aufgestellte „Efficiency Market Hyphothesis“ vermittelt wird. Außerdem ist die These vom effizienten Markt im neuen Finanzmarktmodell 2.0 als Sonderfall enthalten

*) Das Wertpapier trägt dabei nicht nur Wert-, sondern auch Risikoinformationen, was Investoren gerne ignorieren. Wert- und Risikoanteil können durch FM 2.0 bestimmt werden.

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