Wissenslogs Der schöpferische Finanzmarkt

Die "These vom effizienten Markt" oder Etikettenschwindel auf hohem Niveau

von Hans Sauer, 08. November 2009, 15:43

 

Es ist leider immer das Gleiche. So ergibt die Auswertung des globalen Aktienportfolios, hier von nominal insgesamt Nο=2000 Wertpapiertiteln, zusammengestellt aus globalen länderspezifischen Marktindizes, folgendes Ergebnis: Die tatsächliche Diversifikation des globalen Aktienportfolios ist deutlich kleiner als nach der "These vom effizienten Markt" zu erwarten wäre. Die "guten" Nachrichten verarbeitet der globale Markt mit einer mittleren Informationsbandbreite Z von fast konstanten 0,20 Bit/Stock, die "schlechten" Nachrichten jedoch mit einer variablen Bandbreite Z von 0,13 - 0,33 Bit/Stock. Das entspricht für die "guten" Nachrichten einer effektiven, risikotragenden Titelzahl N* von 30 und für die "schlechten" Nachrichten einer zwischen 66 und 12. Es sei daran erinnert, dass Nο=2000 beträgt!

Was sagt uns das jetzt? Nicht die nominale Zahl No, die auf einem Marktportfolio wie z. B. DAX®, DOW© & Co. außen drauf steht, sondern seine effektive Zahl N* bestimmt das tatsächliche Risiko für den Anleger (jeder kennt das vom Zins her, wo auch zwischen Effektivzins und Nominalzins unterschieden wird). Das tatsächliche Anlegerrisiko ist immer größer anzusetzen als kommuniziert wird (mindestens Faktor zwei). Es spricht also einiges dafür, die "These vom effizienten Markt" nach 40 Jahren aufzugeben und durch die "Realität des  n i c h t  effizienten Marktes" zu ersetzen - und lieber zu rechnen. 

Die Auswertung erfolgte nach dem Portfolio-Informationsmodell "Π-Modell" und der daraus abgeleiteten Effizienzanalyse PIA©


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Kommentare

  1. Thilo Noch mal
    09.11.2009 | 21:21

    Wie, nach welcher Formel, berechnen Sie diese Informationsbandbreite? (Falls die Erklärung zu komplex wäre, genügt auch ein Link.)

szmtag