Wissenslogs Der schöpferische Finanzmarkt

Was ist das Neue am "PORTFOLIOMODELL DER INFORMATION" ?

24. November 2009, 11:57

Es ist ein neues Verständnis der Finanzmarktwirklichkeit in einer Informationsgesellschaft. Es beruht auf der Vorstellung, dass nur die Entität Information die einzig durchgängige Realität im Finanzmarkt darstellt.

Substanzieller Wert (und substanzielles Risiko) sind darin nur kurzfristige durch den Prozess der Kursfeststellung in Erscheinung tretende Ereignisse. Die Vorstellung eines dauerhaften Substrats Finanzmarkt wird im Finanzmarkt-Modell 2.0 oder in der Anwendung des "∏-Modells" als eine falsche Abstraktion unseres Denkens betrachtet, und findet besonders in einer globalen Informationsgesellschaft keine sinnvolle Entsprechung mehr in der Wirklichkeit der Finanzmärkte.

Zur Verdeutlichung seien nur die aufwendigen Computer-Handelssysteme der internationalen Börsen (Handel mit Einsen und Nullen!) und nicht zuletzt die so genannten "strukturierten" Finanzprodukte angeführt, die sich aus mehreren Finanzinstrumenten zusammensetzen und oft genug ohne physische Substanz sind (also eigentlich strukturlos!) - und als Hauptursache der jetzt drei Jahre währenden Finanzkrise gelten.

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Der DAX® ist kein reines Value-Investment

24. November 2009, 10:50

 

Der DAX® besteht bis zu 24% aus nicht-werthaltigem "Risk" Kapital. Eine Investition in den Dax® ist stets eine Mischung aus werthaltigem "Value" und nicht-werthaltigem "Risk" Investment. Das nicht-werthaltige Kapital ist durch die kontextabhängige "Besetzungsinversion" im Aktienmarkt nachweisbar, wenn nämlich Wert- und Risikoinformationen im DAX® ihre Plätze tauschen und die Besetzung im Risikoinformationszustand größer als im Wertinformationszustand ist.

In der Abbildung ist der zeitliche Verlauf des nicht-werthaltigen Kapitals [in % pro Handelstag für Up-/Down-Zustand] des DAX® der letzten drei Krisenjahre aufgetragen.

Man kann zeigen, dass das "Risk" Kapital nicht diversifiziert ist und deswegen als spekulatives "freies" Kapital zu betrachten ist.

Auswertung nach ∏-Modell mit PIA©

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Systemrisiko eines Finanzmarktes reduzieren durch Verkürzung der Börsenöffnungszeiten

18. November 2009, 16:17

Der Prozess der Kursfeststellung im Finanzmarkt ist als nicht-objektivierbarer Messprozess immer auch mit der Vernichtung von Information verknüpft. Die Folge davon ist, dass Renditebildung in Finanzmärkten immer auch mit Effizienzverlust verbunden ist (außer beim risikolosen Investment, wo alle Informationen immer zu 100% in Wert "verwandelt" werden. Stichwort: "Sparbuch"). Mit dieser Erkenntnis bietet sich eine schnelle und sichere Methode an, die Effizienz der globalen Finanzmärkte zu steigern, sie also stabiler zu machen, indem man die Börsenöffnungszeiten verkürzt. Zum Beispiel würde eine Halbierung der Öffnungszeiten bei gleicher Kursfeststellungsrate automatisch eine Effizienzsteigerung von über 20% einbringen und das System- "Crash-" Risiko von Finanzmärkten mehr als halbieren.

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Funktioniert der globale Finanzmarkt wie ein "lokaler" Quanten-Computer?

10. November 2009, 11:23

Diese Frage stelle ich mir seit längerem. Man könnte meinen, dass der globale Finanzmarkt im Zeitalter der (Des)Information (nach Max Otte) tatsächlich wie ein lokaler*) Quanten-Computer arbeitet. So versorgen ihn weltweit Analysten, Banker, Notenbanker, Journalisten, Internet-Community, etc. permanent mit aktuellen Informationen, indem sie fortwährend einen Strom neuer und subjektiver Zufallsbits generieren. Die globalen Investoren (IGUS!) wählen daraus durch ihre Orderaufträge genau  e i n e  Information aus (Messproblem!). Die Kapitalisierung übernimmt am jeweiligen Börsenplatz der Market-Maker durch den Akt der Kursfeststellung (Messapparat!). Die übrigen Informationen sind dann allerdings für diesen Kursfeststellungsprozess "wertlos" (Kollaps!). So lässt sich der Akt der Kursfeststellung als "Quantensprung" verstehen, weil er  für einen Augenblick die Komplexität des Finanzmarkts durch Informationsreduktion zurücksetzt und zugleich einen kreativen "schöpferischen" Akt der konkreten Wert- (und Risikobildung) im Finanzmarkt initiert. Den Preis den wir dafür leider zu zahlen haben, ist der Verlust von Wissen.

In diesem Zusammenhang fällt mir eine sehr geistreiche Bemerkung von Sir Arthur Eddington ein, die ich hier für Finanzmärkte etwas abgewandelt habe:

“Der Akt der Kursfeststellung lässt uns ein Wertpapier einen Moment lang als festen Substanzwert wahrnehmen, um fast sofort wieder substanzlos als Information in den Handelssystemen  der globalen Wertpapierbörsen zu verschwinden.“


*) Ein "lokaler" Quanten-Computer arbeitet in einem  r e a l en  Informationsfeld (v≤c) im Unterschied  zum "nicht-lokalen" Quanten-Computer, der in einem  v i r t u e l l e n  Feld (v>c) arbeitet

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Die "These vom effizienten Markt" oder Etikettenschwindel auf hohem Niveau

08. November 2009, 15:43

 

Es ist leider immer das Gleiche. So ergibt die Auswertung des globalen Aktienportfolios, hier von nominal insgesamt Nο=2000 Wertpapiertiteln, zusammengestellt aus globalen länderspezifischen Marktindizes, folgendes Ergebnis: Die tatsächliche Diversifikation des globalen Aktienportfolios ist deutlich kleiner als nach der "These vom effizienten Markt" zu erwarten wäre. Die "guten" Nachrichten verarbeitet der globale Markt mit einer mittleren Informationsbandbreite Z von fast konstanten 0,20 Bit/Stock, die "schlechten" Nachrichten jedoch mit einer variablen Bandbreite Z von 0,13 - 0,33 Bit/Stock. Das entspricht für die "guten" Nachrichten einer effektiven, risikotragenden Titelzahl N* von 30 und für die "schlechten" Nachrichten einer zwischen 66 und 12. Es sei daran erinnert, dass Nο=2000 beträgt!

Was sagt uns das jetzt? Nicht die nominale Zahl No, die auf einem Marktportfolio wie z. B. DAX®, DOW© & Co. außen drauf steht, sondern seine effektive Zahl N* bestimmt das tatsächliche Risiko für den Anleger (jeder kennt das vom Zins her, wo auch zwischen Effektivzins und Nominalzins unterschieden wird). Das tatsächliche Anlegerrisiko ist immer größer anzusetzen als kommuniziert wird (mindestens Faktor zwei). Es spricht also einiges dafür, die "These vom effizienten Markt" nach 40 Jahren aufzugeben und durch die "Realität des  n i c h t  effizienten Marktes" zu ersetzen - und lieber zu rechnen. 

Die Auswertung erfolgte nach dem Portfolio-Informationsmodell "Π-Modell" und der daraus abgeleiteten Effizienzanalyse PIA©

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Nur ein dummes Portfolio ist ein gutes Portfolio

04. November 2009, 12:28

Was unterscheidet ein einzelnes Wertpapier von einem Portfolio? Für ein Wertpapier ist jede Information ein Risiko. Ein Portfolio dagegen besitzt eine Lücke.

Für ein rationales Wertpapier-Portfolio, z. B. zusammengestellt aus 30 Wertpapieren, errechnet sich nach FM 2.0 eine Informationslücke von 0,80 Bit/S. Konkret bedeutet dies, dass eine Informationszone von 0,20 Bit/S im Portfolio für die Verarbeitung von Informationen aus dem Finanzmarkt reserviert ist. Anders ein risikoloses Portfolio, das „dumm" ist und bleibt, da es sich "weigert", Informationen zu verarbeiten, weil es alle Informationen aus dem Portfolio hinausdrängt; seine Informationzone beträgt nämlich 0 Bit/S.

Allerdings kann die Informationslücke eines Portfolios auch negativ werden, was dann zum Kollaps der Risikoabschirmung des Portfolios führt, hier als "invertiertes" Portfolio bezeichnet. So zu beobachten 2008 im 4. Quartal während der Finanzkrise bei den Marktportfolios S&P 500© und DAX®.

Allgemein gilt, dass sich über die Größe der Informationslücke eines Portfolios seine Risiko- und Werteigenschaften eindeutig definieren. Je kleiner die Lücke, desto mehr Informationen dringen in das Portfolio ein, desto mehr Informationen aus dem Finanzmarkt muss das Portfolio verarbeiten - und desto risikoreicher wird es dadurch.

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OBJEKTIVE WERTPAPIER-KURSE SIND EINE ILLUSION oder FAIR IST NICHT GLEICH OBJEKTIV

02. November 2009, 16:48

"Der Kurs eines Wertpapiers im Finanzmarkt ist nicht objektivierbar."

Das lässt sich aus dem neuentwickelten relationalen bzw. informativen Finanzmarktmodell 2.0  "∏-Modell" ableiten. Es ist immer die Methode der Kursfeststellung, die über den Preis entscheidet. Insofern ist der Prozess der Kursfeststellung stets ein "kreativer" oder auch "schöpferischer" Akt (man denke bloß an die im April gelockerten Bewertungsregeln der FASB zu den "toxischen" Wertpapieren für US-Geschäftsbanken oder an die aktuelle Auseinandersetzung der IASB mit Banken und Versicherern zur Einführung neuer Bewertungsstandards in Europa). In der Alltagsrealität gibt es so etwas nicht. So hängt, z. B., die Höhe unserer Energie- (Strom-) rechnung nicht davon ab, ob sie analog oder digital gemessen wird. Die Ermittlung der Preise von Wertpapieren dagegen verletzt dieses Realitätskriterium.

Wenn sich also die Finanzindustrie wie die Börse Stuttgart, CMC Markets, Deutsche Bank, etc. mit "Best Price" / "Fair Price" / "Quality Price" -Garantien an die Anleger wendet, meint das nicht zugleich objektiv, schon gar nicht, dass die Anleger etwas über den wahren Wert des zugrundeliegenden Objekts erfahren. Und "Fair" ist der Preis auch nur dann, wenn die jeweilige Methode der Preisfeststellung transparent ist und zwischendurch nicht geändert wird - aber objektiv wird der Preis deswegen auch nicht.

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Wie konkreter Wert und Risiko aus Informationen entstehen und warum die These vom effizienten Markt unvollständig ist

30. Oktober 2009, 13:26

Was ist der wesentliche Unterschied zwischen der 40 Jahre alten "Efficiency Market Hypothesis" EMH von EUGENE FAMA und dem neuen "Finanzmarktmodell 2.0"  FM 2.0

1. Die EMH besagt, dass alle Informationen im Kurs eines Wertpapiers enthalten seien

Nachteil: Effizienz bleibt unbestimmt, muss postuliert werden, Übergang zum Kurs liegt im Dunklen, Finanzmarktrealität spricht dagegen, Zweifel an der Effizienz der Märkte spätestens seit der Finanzkrise 2008, getrennte Behandlung von Kurs und Information, Risiko bleibt unbestimmt, implizite Formulierung eines bis dato nicht bestätigten Informationserhaltungsgesetzes 


2. Das neue FM 2.0 besagt, dass alle Informationen von den Marktteilnehmern verarbeitet werden; diese wählen daraus durch ihre Kauf-/Verkaufsorders  e i n e  Information für den Übergang zu einem Kurs aus. Die "Materialisierung" übernimmt der Market-Maker durch den Akt der Kursfeststellung. Der Rest der Informationen ist für diese Kursfeststellung "wertlos"

Vorteil: Effizienz kann im Detail berechnet werden, Einführung der Äquivalenz von Wert, Risiko und Information im Finanzmarkt, kritische "Kollaps-Effizienz" kann ermittelt werden, die EMH ist als Sonderfall enthalten, Marktinformationen können mit jeder Kursfeststellung nacheinander eingearbeitet werden, Berücksichtigung des Entscheidungsverhaltens "Rationalität/Irrationalität" der Marktteilnehmer, Einbindung des Prozesses der Kursfeststellung (Market-Maker)

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Das Märchen von der Diversifikation oder die Risiken sind größer als wir annehmen

28. Oktober 2009, 20:53

Die Abbildung zeigt die Auswertung des bekannten Marktportfolios HDAX® nach der effektiven, also tatsächlichen Diversifikation D* in der Zeit vom Beginn der Finanzkrise bis heute. Aufgetragen sind die „Aufwärts-Diversifikation“ D*up und die „Abwärts-Diversifikation“ D*down und die Differenz „D*-Spread“. Von nominal 110 (100%) Wertpapieren im HDAX® sind es in der Krise lediglich 14 (12,7%), die an der Risikoabschirmung nach unten beteiligt sind und 23 (20,9%) Wertpapiere nach oben. In "guten" Zeiten ist es genau umgekehrt, 14 nach oben und 23 nach unten. Überraschen sollte aber, die geringe effektive Diversifikation D* des HDAX®, im Vergleich zum nominalen No von 110 (D*=100%). Im Ergebnis heisst das, dass die tatsächliche Diversifikation D* von erheblich weniger Wertpapieren getragen wird, dass das Verlust-Risiko pro Portfolio-Wertpapier bis zu 8 mal größer ist als durch die „These vom effizienten Markt“ suggeriert wird. Wäre das Marktportfolio HDAX® informationseffizient, dann wären es konstant 110 (D*=100%) Wertpapiere, auf die sich das Portfoliorisiko verteilen würde, was aber offensichtlich in der Realität nicht annähernd der Fall ist. Die Formel für die effektive Diversifikation D* lautet D*~i-2, wenn i die Ineffizienz der Informationsverarbeitung des Portfolios ist.

Die Auswertung erfolgte nach dem Portfolio-Informationsmodell "∏-Modell" und der daraus abgeleiteten relationalen Informations- und Effizienzanalyse PIA©

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RISIKO UND WERT SIND IM FINANZMARKT KEINE ERHALTUNGSGRÖßEN

27. Oktober 2009, 14:42

Im Finanzmarktmodell 2.0 "∏-Modell" wird der Beweis geführt, dass Risiko und Wert in einem Finanzmarkt keine Erhaltungsgrößen sein können. Risiko- und Wertinformation können nämlich in einem Finanzmarkt beliebig erzeugt und vernichtet werden. So gesehen verhalten sie sich wie physikalische Kräfte.

Dagegen  sind die Wahrscheinlichkeiten von Risiko und Wert Erhaltungsgrößen oder konkret formuliert:

In einem Finanzmarkt ist die Summe der Wahrscheinlichkeiten aus Risiko- und Wertinformation konstant.

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szmtag