04. März 2009, 14:47
Manchmal scheinen die Nachrichten auf unerklärliche Weise zusammenzuhängen. Forscher vom Comprehensive Cancer Center an der University of Michigan haben ein Gen namens ATDC (Ataxia Telangiectasia Group D Complementing gene) identifiziert, das in 90% der Fälle von Pankreaskarzinomen um das Zwanzigfache überexprimiert ist. ATDC läßt nicht nur die Krebszellen schneller und aggressiver wachsen, sondern macht die Krebszellen zudem resistent gegen Chemotherapie und Bestrahlung.
Für diese Forschung wurden Mäusen Tumorzellen injiziert, welche ATDC exprimieren. Als Kontrollgruppe wurden anderen Mäusen Tumorzellen injiziert, in welchen die Expression von ATDC verhindert wurde. In der ATDC-exprimierenden Gruppe wuchsen in allen Proben Tumore, während in der ATDC-nichtexprimierenden Gruppe nur geringe Zeichen von Tumorwachstum nach 60 Tagen zu sehen war. Am meisten wird ATDC in den Zellen exprimiert, die auf der Schwelle der Entwicklung von Prä-Krebszellen zu malignen Krebszellen stehen. Mit dem ATDC stieg ebenfalls die Menge des Signalproteins Beta-catenin an.
Die Frage ist nun, was kann man tun, um das Pankreaskarzinomrisiko zu verringern? Zum Beispiel weniger als zwei Drinks am Tag trinken! Durch eine Studie (veröffentlicht in Cancer Epidemiology, Biomarkers and Prevention, einem Journal der American Association for Cancer Research) wurde der Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Pankreaskarzinom hergestellt, was bisher immer schwierig war. Diese Studie nahm die Ergebnisse von 14 Forschungsstudien, was eine Testgruppe von 319,716 Männer und 542,948 Frauen einschloss. Das sei laut Jeanine M.
Genkinger eine der größten Studien überhaupt, welche den Zusammenhang zwischen diätischen Faktoren und Pankreaskrebsrisiko erforschen. Wenn 30 Gramm oder mehr Alkohol pro Tag konsumiert wurde (was in etwa zwei Drinks entspricht), steigt das Risiko eines Pankreaskarzinoms leicht an. Jetzt bleibt natürlich die Frage, wie "leicht" zu definieren ist.
Dabei spielte übrigens die Art des Alkohols keine Rolle.
Und wenn wir gerade bei der Verkettung von Nachrichten sind, paßt auch folgende im Journal Alcohol und Alcoholism veröffentlichten Neuigkeit dazu, in der es heißt, daß Alkohol im Fernsehen die Menschen zum vermehrten Trinken verleitet. Klingt komisch, ist aber so. Besonders bemerkenswert finde ich den Aufbau dieser Studie. Die Forscher nahmen 80 männliche Studenten zwischen 18 und 29 Jahren und gruppierten sie in 4 Gruppen. 20 Männer schauten American Pie, in dem 18 mal Alkohol getrunken und 23 mal Alkohol gezeigt wird zusätzlich zu einer Werbeunterbrechung, die unter anderem Alkohol anbiederte. 20 Männer guckten American Pie ohne die Alkoholwerbung. 20 Männer guckten 40 Tage und 40 Nächte, in dem weniger oft Alkohol vorkommt inklusive Alkoholwerbung und 20 Männer guckten 40 Tage und 40 Nächte ohne Alkoholwerbung. Über die Zeitspanne einer Stunde tranken diejenigen, die American Pie mit Alkoholwerbung gesehen hatten, drei 200 ml-Flaschen Alkohol, während diejenigen, welche 40 Tage und 40 Nächte und keine Alkoholwerbung gesehen, durchschnittlich eineinhalb Flaschen Alkohol tranken.
Könnte dieses Ergebnis nicht auch durch die "Qualität" der Filme verursacht worden sein? Ich meine ... American Pie und 40 Tage und 40 Nächte? Hätte man da nicht tollere Filme nehmen können, um den Faktor "Frustsaufen" ausschließen zu können?
Quellen:
UMHS Newsroom: U-M researchers ID gene involved in pancreatic cancer
Georgetown University medical center: Two or More Drinks a Day May Increase Pancreatic Cancer Risk
alcohol and alcoholism: Alcohol Portrayal on Television Affects Actual Drinking Behaviour
Geschrieben in
Zellbiologie
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