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Kaffee senkt den Zigarettenverbrauch, aber wie?

von Sandra Thal, 01. Juli 2008, 10:22

Dass der Kaffeekonsum einen Einfluss hat auf den Zigarettenverbrauch, wurde bereits von Kozlowski 1976 (Psychopharmacology 47, 165-168) beobachtet. Er stellte fest, dass seine rauchenden Probanden mehr Zigaretten benötigten, um sich wohlzufühlen, wenn sie keinen Kaffee konsumierten. 1994 stellten Swanson, Lee und Hopp (Addict. Behav. 19, 229-256) fest, dass ehemalige Raucher mehr Kaffee konsumieren als Nichtraucher, aber weniger als Raucher.

Koffeingenuss und Nikotinverbrauch beeinflussen sich also gegenseitig; aber wie?

Schaut man sich die Inhaltsstoffe des Kaffees an, so muss man sich wundern, dass Kaffee nicht schon lange unter das Arzneimittelgesetz fällt und nur noch in Apotheken verkauft wird. Kaffee schützt vor Brustkrebs, reduziert angeblich das Risiko einer Typ 2-Diabetes-Erkrankung und hemmt die Entstehung der Leberzirrhose bei Menschen, die dem Alkohol etwas stärker zugeneigt sind, als sie aus medizinischer Sicht sein sollten. Vor allen, die im Kaffee enthaltenen Antioxidantien sollen diese medizinischen Wunderdinge bewirken.  

Die gesundheitsfördernde Wirkung von pflanzlichen Antioxidantien wie Vitamin C und E sind schon lange bekannt. Antioxidantien aus Gemüse, Früchten, Tee und Kaffee sollen das Altern verlangsamen, antientzündlich wirken und vor Fettleibigkeit schützen. Für jeden dieser Effekte gibt es Studien, die diese Wirkung belegen - allerdings ist nicht von allen genau geklärt, wie sie im Körper wirken.

Gary Woodward von der Universität Staffordshire, England (BioscienceHorizons, Juni 2008), untersuchte nun, wie die im Kaffee enthaltenen Antioxidantien, den Konsum von Zigaretten beeinflussen. 80% des Nikotins wird über das Zytochrom P450 Enzym CYP2A6 in der Leber abgebaut. In seiner in vitro Studie zeigt Woodward, dass die Antioxidantien des Kaffees, Koffein und Quercetin, den enzymatischen Abbau (CYP2A6) des Nikotins in der Leber hemmen. Ob sich diese in vitro Ergebnisse auch in vivo beweisen lassen, soll in weiteren Studien untersucht werden.   

Kann man trotz der Ächtung durch seine Mitmenschen und trotz des hohen Zigarettenpreises nicht von der Zigarette lassen, sollte man Kaffee trinken; nicht im Übermaß - jedoch mehr als eine Tasse täglich.

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Kommentare

  1. Martin Huhn Kaffee gesund?
    01.07.2008 | 14:52

    Das wußte ich bislang nicht, daß Kaffee so gesund sein soll. Bisher hieß es immer nur man solle nicht so viel Kaffee trinken. Das Koffein soll nicht so gut sein. Mich hat das wenig interessiert, weil ich den Kaffee einfach zu sehr genieße. Nun ist es also auch noch gesund. Na prima.

    Daß Kaffee das Methadon des Rauchers ist, wußte ich auch noch nicht. :-D

  2. Fischer Erstaunlich
    01.07.2008 | 16:07

    im Moment scheint Forschung an Kaffee ziemlich in zu sein. Erst Raucher, dann Sportler... Aber Wissenschaftlern sind die Segnungen des Koffeins ja schon länger bekannt. Schon mal ein Labor ohne Kaffeemaschine gesehen?

    (Btw: Was macht der Molekularbiologe, wenn der Vortexer kaputt ist? Dem Doktoranden nen Tag lang keinen Kaffee geben...)

  3. Monika Armand Wunderdroge Kaffee ;-)
    03.07.2008 | 22:59

    Angeblich soll Kaffee auch für Asthmatiker hilfreich sein (wg. bronchienerweiternder Wirkung?)

    Früher hieß es ja, wie Martin Huhn schon schrieb, Kaffee sei ungesund. Da freut man sich als echte Kaffeetante sehr über anderslautende Nachrichten ;-))
    ......
    und zittert ein wenig vor neuen Erkenntnissen...im Sinne von, man habe sich geirrt und Kaffee sei nun doch ungesund ;-)

    Bis dahin haben wir hoffentlich noch ein wenig Zeit den Kaffee so richtig zu genießen...

  4. F. Uthe Molekularbiologen
    10.11.2008 | 20:40

    @Fischer: Ich bin ja der Meinung, dass man normalerweise keine Lust hat einen Tag auf den Effekt zu warten und dem Doktoranden daher eher die ein oder andere Kanne zusätzlich einflößen sollte!

szmtag