wissenslogs ALLWISSENDE MEDIEN

Versuchen Sie es einmal mit dem Regenbogen

17. Juni 2008, 11:06

Es ist sicher alles andere als einfach, den Kern einer Theorie zu erklären. Durch gute Formulierung (Text wie Bild) kann man zwar die Bedeutung von Kernaussagen klar machen (also auf einer semantischen Ebene), aber im Sinn einer Begründung wird die Erklärung kaum gelingen. Es liegt am Charakter von Theorien, dass sie sich nicht nach gewohnter Logik richten, sondern die strukturierte Zusammenfassung empirischer Tatsachen darstellen. Es fällt offensichtlich immens schwer, Sachverhalte ohne Begründung hinzunehmen, vor allem, wenn sie nicht schicksalhaft als Einzelfall erlebt werden, sondern als abstrahierte und generalisierte  Aussage über viele Fälle. (weiter)

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Warum haben wir einen Blinddarm?

05. Juni 2008, 21:58

Mein Rezept für die anschauliche Vermittlung von wissenschaftlichen Inhalten propagiere ich ja nicht nur hier oder mit der freundlichen Unterstützung von Lars Fischer auch auf anderen Plattformen, sondern vorrangig in meinem Unterricht. Studierende, insbesondere der Kommunikations- und Medienwissenschaften, sind hochgradig an einem solchen Verfahren interessiert. Verspricht es doch einen Königsweg in den erfolgreichen Wissenschaftsjournalismus.

Doch Königswege – so sagt es eine alte Mathematikerweisheit – gibt es nicht. Irgendwo steckt immer jener lästige Gedanke, der anstrengend ist, weil abstrakt. Und wenn man denn partout als Mittler zwischen Wissenschaft und Laien glänzen will, dem Laien also das Denken abnehmen und ihm das treffende Anschauungsbeispiel auf dem Silbertablett servieren will, muss man wohl selber mit seinen grauen Zellen ran.

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Wissenschaft und Journalismus – parallele Kulturen?

25. Mai 2008, 23:06

Ich bin zurück. Dass ich so lange abwesend war, heißt nicht, ich wäre anderswo gewesen. Ich hatte lediglich das, was man einen Blog-Block nennen könnte, also eine kommunikative Selbstblockade. Zu vieles frequentierte gleichzeitig meinen Kopf – Wolf Singer könnte vielleicht sagen warum. In gewisser Weise hat Lars Fischer  zwischenzeitlich die Lücke gefüllt und in seinem fisch-blog.blog.de meine Gedanken zur Wissenschaftskommunikation weiter diskutiert.

Hier hatte ich zuletzt die Wissenschaft angemahnt, aus ihren Reihen auch den Typus des Gelehrten hervorzubringen, der etwas vom Geschäft der Wissensvermittlung versteht und zugleich auf dem Marktplatz der Massenmedien die Fahne der Wahrhaftigkeit schwenkt.  (weiter)

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Ein kommunikatives Bein der Wissenschaft!

01. April 2008, 10:28

Anscheinend gibt es einen breiten Konsens darüber, dass der Informationsfluss aus der Wissenschaft in die Öffentlichkeit nicht hinreichend gut oder zumindest verbesserungswürdig sei. Weiter, dass dieser Zustand fatal sei für eine Gesellschaft, die ihre Entscheidungen wissensbasiert und über demokratische Prozesse zu treffen versucht. Die großen zukunftsträchtigen Themen wie Klima-, Bevölkerungs- oder technische Entwicklungen mit ihren wirtschaftlichen und ethischen Auswirkungen wären davon direkt betroffen.  

 

Wenn das so ist, dann lautet die politische Frage, worin eine Verbesserung läge und wie sie zu erreichen wäre.  

Dabei wird man um eine nähere Betrachtung der beteiligten Hauptakteure nicht herumkommen, namentlich die Wissenschaft, die Medien und nicht zuletzt die Gesellschaft mit ihren politischen Instanzen. Ich werde in diesem Beitrag mit der Wissenschaft beginnen.  (weiter)

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Blog as blog can – oder wie vermittelt man Forschung

24. März 2008, 22:52

Wir werden gerade Zeugen eines medialen Experiments, an dem jeder teilnehmen kann.
Ich meine den Beitrag „Ist die Erderwärmung vorbei?“ von Stefan Rahmstorf vom 15. März. Er ist der zurzeit sowohl meistgelesene, als auch der meistkommentierte Blog hier in WISSENSlogs.

In seinem Debüt  am 06. März hatte sich Herr Rahmstorf in „Die Bringschuld der Klimaforscher“ zu einer Ethik als Wissenschaftler hinsichtlich des Umgangs mit Medien und der Öffentlichkeit bekannt: (weiter)

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Allwissender Ranga

11. März 2008, 22:17

„Wissen vor 8“ – Ranga Yogeshwar vermittelt seit heute  täglich dienstags bis freitags vor der Tagesschau "kleine Erkenntnisse" in jeweils zwei Minuten und 15 Sekunden.

Schon morgens warf die Premiere dieses jüngsten TV-Formats ihre Schatten voraus: Mein Frühstücksradio berichtete, welch spannende Themen da auf uns zukommen werden: z. B. das Phänomen kalter Frauenfüße. Zwar versuchten sich umgehend einige männliche Anrufer an der Frage, warum sie häufiger jene frostigen Begegnungen unter der Bettdecke ertragen müssen. Doch schließlich verwies der Moderator zurück an den Macher von Quarks & Co.: „Das müssen wir Ranga fragen – wenn der es nicht weiß, weiß es niemand“! (weiter)

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Überkopf-Gedanken auf der Piste

03. März 2008, 10:46

Wenn man einmal ein paar Tage weg ist, kommt man auf andere Gedanken, das ist der Zweck von Urlaub. Ich war diesmal hoch oben, hatte den Überblick und konnte hinunter schauen. Die Hänge waren sonnig und verschneit, was des Skifahrers Paradies ist. Eine der schwarzen Pisten trug die zusätzliche Warnung „60 Prozent Gefälle“. Ich war keineswegs der Mutigste in meiner Gruppe.

Natürlich wurde die Abfahrt in der nächsten Hütte besprochen, mit hochgerecktem Ellenbogen und fast senkrecht nach unten weisenden Fingerspitzen die Steilheit beschrieben. Welch ein Erlebnis, welch ein Hang! Und an einigen Stellen vereist! Ich hob die Speisekarte an ihrem Kopfende einige Zentimeter hoch und fragte süffisant “ungefähr so steil?“.  Hätte ich doch geschwiegen und still meinen Jagatee genossen. (weiter)

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Sind die Aliens nur zu langsam?

21. Januar 2008, 14:01

Zwischen dem Seufzer „das ist doch kein Leben!“ und der Frage „was eigentlich ist Leben?“ klaffen Zehnerpotenzen. Während der Jammerlappen seine Umstände eher auf dem Niveau "meine Yacht, mein Haus, meine Rente" beklagt, führt die existenzielle Frage unausweichlich in die Welt der Moleküle. Und dennoch werden diese beiden extremen Enden der Lebensskala gerne miteinander verknüpft. Wenn es denn da draußen in der Weite des Alls Leben geben sollte, interessiert vor allem, wie die wohl aussehen und wie sie so leben. (weiter)

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Was wohl aus dem größten Diamanten der Galaxie geworden ist?

23. Dezember 2007, 22:46

Es ist beinahe vier Jahre her: Am 18.02.04  las ich in meinem lokalen Blättchen, dass der größte Diamant der Galaxie mit einem Durchmesser von 4000 Kilometern entdeckt worden sei und dass – da blieb mir das Frühstücksbrötchen im Hals stecken – dieser Diamant 10 Milliarden Billionen Billionen (10 Quintilliarden) Karat habe und lediglich 50 Lichtjahre von uns entfernt sei. Hätte nicht dpa als Quelle für die Meldung gedient, wäre ich kommentarlos zum Sportteil übergegangen. So aber ... (weiter)

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Das implizite Wissen des Plüschaffen

05. Dezember 2007, 21:31

Was weiß ein Affe? Das kommt wohl auf seinen Rang im Ordnungssystem an: Koboldmaki, Pavian oder Schimpanse?

Nun, sagen wir der Einfachheit halber: „einer aus Plüsch“. So ein kleiner zum Knuddeln mit Knopf im Ohr aus dem Kinderzimmer. Was weiß der? Nichts? Oh doch: er verfügt über implizites Wissen! Und das kommt so:

Ein Kommentar zu meinem ersten Beitrag „Medien und Wissenschaft“ hat darauf aufmerksam gemacht, dass es neben der „klassisch wissenschaftlichen“ noch andere Wissensformen gebe, z. B. das tacit knowledge, also das stille oder implizite Wissen. (weiter)

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szmtag