„Guter Mond, du wandelst leise ...
„ ... an dem blauen Himmelszelt“. Pures Lebensgefühl der Romantik um 1848, denn das Lied geht so weiter: „Zu dem schönsten Morgenrote führst du uns, o guter Mond“. Aber wohin hat uns die Raumfahrt geführt?
Jedenfalls 1969 bis zu eben jenem Mond, bemannt und mit einem „großen Sprung für die Menschheit“. Der Augenblick an jenem 21. Juli vor 40 Jahren war nicht weniger romantisch, denn die halbe Welt saß in Kleingruppen dicht gedrängt vor verrauschten TV-Geräten mit Zimmerantennen und träumte von fernen Zielen. Doch was ist aus dem großen Sprung geworden?
Damals forderten meine 68er-Mitstreiter näher liegende Sprünge: Gerechtigkeit für alle, Brot für alle, Frieden in Vietnam. Im Juli 69 verdiente ich mein Brot als HiWi im mathematischen Institut zu Tübingen und hatte weiß Gott keinen Fernsehapparat, dafür aber Probleme am Hals wegen meiner politischen Aktivitäten.
Ob Teflon für Bratpfannen die Existenz der NASA rechtfertigte oder ob das Märchen von Peterchens Mondfahrt sich nicht vor unseren Augen als imperialistischer Akt mit ziviler Tarnkappe entpuppte, war angesichts des Wettrennens der kalten Krieger sehr wohl ein Thema. In linken Kreisen konnte man da schnell zum Renegaten werden, wenn man in Apollo 11 einen tieferen Sinn sah.
Das ferne Ziel im Mare Tranquillitatis (Meer der Ruhe) jedenfalls haben die USA stellvertretend für die Menschheit damals erreicht. Die Menschheit strebe eben immer nach Neuem, sagt das historische Argument. Die Ferne sei das Ziel, sagen die mit dem Pioniergeist. Stillstand sei Rückgang, Innovation das Geschäft, heißt es heute. Doch heute glaube ich, dass es 1969 eher der Blick zurück war, der die Menschheit wirklich bewegte und noch immer bewegt.
Der Mond ist langweilig. Wirklich zu entdecken gab es da auch 1969 nicht viel. Die irreführende, aber Mittel fördernde Mars-Frage „Gibt es da Wasser und dann womöglich Leben?“ war noch nicht erfunden. Der Mondflug war Selbstzweck, alle wussten es, Balsam auf die politische Seele Washingtons und gut fürs Selbstbewusstsein der irdischen Macher.
Was die Menschheit seither ganz wesentlich verändert hat, ist für mich der damals erstmalige Blick zurück – nicht ein historischer, sondern ein räumlicher –, der ferne Blick vom Mond zurück auf die Erde. Nicht die Nahaufnahme und das physische Betreten der Mondoberfläche ist für mich das Entscheidende, sondern das totale Bild des Erdballs auf den heimischen Fernsehschirmen.
Seither gibt es so etwas wie eine kollektive Selbstreflexion der Menschheit. Seither gibt es eine seelische, von mir aus eine moralische Globalisierung neben der ökonomischen. Das Ziel des Mondflugs mag die tote Kraterlandschaft gewesen sein und der Ruhm sie erreicht zu haben, das Ergebnis jedoch ist eine Neubetrachtung des Menschen durch den Menschen.
Die ferne Welt, die entdeckt wurde, ist unsere eigene. Neil Armstrong mag der erste Zeuge dessen gewesen sein. Doch wir alle erleben seither einen andauernden Perspektivenwechsel. Der Mond als Objekt ist dabei ohne Bedeutung. Doch Jahr für Jahr haben wir den geostationären Satellitengürtel ausgebaut. An ihm findet die Selbstreflexion statt. Unsere heutige Kommunikation ist weltumspannend. Was immer in einem Winkel der Erde geschieht, der Rest sieht es. Kein Despot kann mehr machen, was er will, ohne dass die Bilder in alle Länder gehen.
Wäre der Vergleich nicht noch zu gewagt, würde ich von unserer aller Großhirnrinde sprechen, die da draußen in 36.000 km Entfernung unsere Sinne und Gedanken in Verbindung bringt und zu einem Ganzen verknüpft. Ein intelligenter Alien würde sich vermutlich dort über den Zustand der Erde informieren und nicht beim jeweils führenden Präsidenten. Und dieser mediale Neocortex wächst beständig.
Doch zurück nach 1969: Noch im selben Jahr hielt ich ein Stück Mondgestein in meinen zitternden Händen. Wie aufregend! Ich machte damals erste Gehversuche im Wissenschaftsjournalismus, und in Tübingen gab es diesen weltberühmten Geologen und Mineralogen Prof. Wolf von Engelhardt. Er hatte von der NASA ein Probe von Armstrongs Ausbeute bekommen und ich durfte ihn interviewen.
Von Engelhardt war auserkoren, die Frage zu klären, ob denn die Mondkrater vulkanischen Ursprungs seien – und der Mond damit eine heiße Vergangenheit hatte – oder ob es sich um schlichte Einschlaglöcher von Meteoriten handele. Tatsächlich war das 1969 keine echte Frage mehr, aber immer noch sehr geeignet für die Massenmedien (heute läuft die analoge Frage ja wie erwähnt mit „Wasser und Leben“). Von Engelhardt schämte sich fast ein wenig, dass darum so viel Aufhebens gemacht wurde, aber er erklärte mir ausführlich seine akribischen Untersuchungen, und ich schrieb stolz meinen Artikel für die Frankfurter Rundschau.
Was ich damals nicht schrieb, nicht schreiben durfte, waren von Engelhardts Bemerkungen über die wissenschaftliche Relevanz seiner Ergebnisse. Heute, 40 Jahre später und wenige Monate nachdem von Engelhardt 98-jährig verstorben ist, mag ich es doch sagen dürfen: Von Engelhardts Forschung galt dem irdischen Impaktkrater des Nördlinger Ries nicht weit von Tübingen, und er fand dessen Geologie weitaus interessanter als den Mond. Aber, so flüsterte er mir, ihm fehlten die Forschungsmittel, um gut voranzukommen, z. B. ein anständiges Elektronenmikroskop. Seit er jedoch die Zusage der NASA habe, flössen die Gelder aus Bonn von alleine, da es für die Politik denn doch zu peinlich wäre, wenn in der Bildzeitung zu lesen wäre, dass ein deutscher Forscher zwar das Wissen, aber nicht die Geräte zur jener überaus populären Forschung habe.
Seither weiß ich, wie uninteressant der Mond als Untersuchungsobjekt ist, aber auch, weshalb demnächst Wasser und vielleicht doch ein klitzekleines bisschen Leben auf dem Mond gesucht wird. Und dort wollen wir doch alle wieder hin, wir Pioniere. Sie doch auch, oder?



> Der Mond ist langweilig. Wirklich zu
> entdecken gab es da auch 1969 nicht
> viel.
Eine merkwürdige Einlassung, die im Widerspruch zur Meinung von Planetologen steht, deren Arbeit direkt mit der Erforschung des Mondes und anderer Planeten zu tun hat.
Immerhin wurden mittels der im mitgebrachten 380 kg Mondgestein ermittelten Isotopenverhältnisse die bis dahin geltenden Theorien zur Bildung des Mondes widerlegt und die Datenunterfütterung für die heute als am plausibelsten geltenden Theorie der Entstehung des Doppelsystems Erde-Mond durch eine Kollision mit einem großen Planetoiden etwa 100 Millionen Jahre nach der Akkretion der Ur-Erde geliefert.
Also wesentliche Daten, die nicht nur die Geschichte des Mondes, sondern auch die Urgeschichte unserer Erde betreffen.
Auf der Erde ist wirklich altes Gestein - drei Milliarden Jahre und mehr - sehr selten. Verwitterung und geologische Prozesse begrenzen dessen Lebensdauer. Auf dem Mond jedoch ist altes Gestein nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Wenn Erde und Mond auf eine gemeinsame Vergangenheit zurückblicken, ist aber die Untersuchung von altem Mondgestein eine Zeitreise in unsere eigene vergangenheit, die wir auf der Erde nicht mehr erforschen koennen. Die Mondforschung eroeffnet hier neue Moeglichkeiten fuer die irdische Geologie.
Durch die Apollo-Bodenproben wurde festgestellt, dass Spuren von Rest-Magnetismus im Mondgestein nachweisbar sind. Dies gibt Hinweise darauf, dass der Mond früher, entgegen anderslautenden Theorien, sogar einen flüssigen Eisenkern und damit per Dynamoeffekt ein Magnetfeld gehabt haben koennte und damit seine Geschichte auch etwas anders ausgesehen hat, als lange Zeit angenommen.
All das ist vollkommen uninteressant? Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Behauprtung Bestand hat, wenn man genauer hinschaut.
Zu Professor Engelhardts Einschätzung kann ich nichts sagen, außer dass mir bekannte Planetologen, an deren Qualifikation zu zweifeln ich keinen Anlass sehe, dies anders sehen. Es ist nicht ungewoehnlich, dass es in der Wissenschaft unterschiedliche Meinunbgen gibt - nicht immer sind diese Meinungen allein von wissenschaftlichen Erwägungen bestimmt.
Mit einem leisen Schmunzeln nehme ich zur Kenntnis, dass sich in Ihrem Text ein Satz verbirgt, der nach meiner Erfahrung immer noch am Besten erklärt, warum gerade Intellektuellen - dies ist eine allgemeine Betrachtung meinerseits, die ich nicht auf den konkreten Artikel bezogen wissen moechte - es sich immer noch schwer tun, die technische und wissenschaftliche Leistung des Apollo-Programms zu würdigen:
> In linken Kreisen konnte man da
> schnell zum Renegaten werden, wenn man
> in Apollo 11 einen tieferen Sinn sah.
Dieser Prozess wirkt offensichtlich noch 40 Jahre später sehr effektiv. Viele Einlassungen zum Thema in der Tagespresse bleiben in ihrer Negativität unerklärlich - bis man obige Begründung anwendet.
Lieber Michael Khan, der Widerspruch aus berufenem Munde ist mir willkommen und aus Sicht der Planetologen sicher gerechtfertigt (vielen Dank für die Details zu den Forschungsergebnissen, die mich persönlich sehr interessieren).
Doch war die Apollo Mission ein so gewaltiges Projekt, dass es weit über die Fragestellungen der Planetologen hinaus ging. Ich hoffe, dass ich diesen Aspekt in meinem anekdotisch geschriebenen Text vermitteln konnte: Es ging vor allem um Hegemonialansprüche, um die Entscheidungshoheit in den Massenmedien, um Mittelverteilung in der Forschung, kurz um Fragen, die mit dem wissenschaftlichen Kern der Mission wenig zu tun haben. Der aber wäre ohne die übergeordneten Elemente 1969 keine prominentes Fragestellung der Wissenschaft gewesen. Insofern bleibe ich bei meiner „Einlassung“, auch wenn sie in ihrer verkürzten Form angreifbar ist.
> All das ist vollkommen uninteressant? Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Behauptung Bestand hat, wenn man genauer hinschaut.
Natürlich ist alles interessant, wenn man genauer hinschaut. Aber man wird sich gefallen lassen müssen, dass andere anderes interessant finden und zu anderen Bewertungen kommen, vor allem dann, wenn man aus demselben Mitteltopf lebt und die Auswirkungen mitzutragen hat. Relativiert man die Apollo 11 Ergebnisse für die Wissenschaft mit den Aufwendungen, kommen nicht nur linken Intellektuellen Bedenken. Meine intellektuellen Bedenken schlugen um, als ich den, nicht unbedingt intendierten, gesellschaftlichen Profit erkannt habe (das Wort Renegat bezog sich darauf). An dieser Stelle habe ich mir eine persönliche Bewertung erlaubt, zu der ich stehe.
> ... nicht immer sind diese Meinungen allein von wissenschaftlichen Erwägungen bestimmt.
Dieser Satz trifft gewiß auf die Gegner der bemannten Raumfahrt zu. Aber auch auf die Befürworter. Ich möchte hier nicht diskutieren, auf wen mehr. Dabei ist mein Augenmerk nicht so sehr auf den redlichen Wissenschaftler gerichtet, sondern auf den öffentlichen Diskurs. Insofern möchte ich auf den Kontext meines Blogs verweisen und auf den ein oder anderen vorangegangenen Artikel, insbesondere auf "Was wohl aus dem größten Diamanten der Galaxie geworden ist?"(http://www.wissenslogs.de/...-galaxie-geworden-ist).
> Dieser Prozess wirkt offensichtlich noch 40 Jahre später sehr effektiv. Viele Einlassungen zum Thema in der Tagespresse bleiben in ihrer Negativität unerklärlich - bis man obige Begründung anwendet.
Auch viele positive „Einlassungen“ bleiben unerklärlich, bis man entsprechende Hintergründe einbezieht. Ich hoffe, dass eine kritische Betrachtung von Ereignissen dieser Größenordnung zu allen Zeiten und unter Beteiligung aller Hintergründe möglich sein wird.
Ein wenig muss nun wiederum ich darüber schmunzeln, wann und wie Sie das Wort „Einlassung“ benutzen, schmeckt es doch deutlich nach Gerichtssaal und Anklage.
Die Aussage in Ihrem Artikel: "Der Mond ist langweilig. Wirklich zu entdecken gab es da auch 1969 nicht viel." steht nun einmal in ihrer Absolutheit so da - dann beziehe ich mich auch darauf. Belegt wurde er nicht, das wäre wohl auch recht schwierig.
Ich habe zumindest einige Punkte erwähnt, die Ihrer Sichtweise widersprechen. Mag sein, dass es immer auch Menschen gibt, denen selbst ein Verständnis der Entstehung der Erde als uninteressant erscheint. Repräsentativ ist diese Gruppe hoffentlich nicht.
Die von Ihnen mehrfach vorgenommene Aufrechnung oder "Relativierung" des wissenschaftlichen Werts von Apollo 11 mit den Gsamtkosten des Programms Apollo halte ich für eine Rechenexempel, dem keinerlei praktische Aussagekraft beigemessen werden kann.
Im Programm wurden insgesamt sechs Mondlandungen vorgenommen. Apollo 11 kommt dabei allenfalls eine Art Prototypfunktion zu. Die Verweildauer auf der Mondoberfläche lag unter 24 Stunden, die extravehikulare Aktivität bei etwa zweieinhalb Stunden. Es ging in erster Linie darum, die vielfältigen voellig neuen Technologien zu erproben.
Der wissenschaftliche Ertrag stieg in den folgenden Missionen - besonders herausragend ist die erste "J"-Mission Apollo 15 - um Groessenordnungen. Wirklich aussagekräftig wäre ein Vergleich des gesamten Apollo-Programms mit dem wissenschaftlichen Ertrag - da braucht sich das Programm immer noch nicht zu verstecken.
Ob man dasselbe auch auf andere Weise effizienter hätte bekommen koennen, soll ruhig diskutiert werden, das ist vollkommen legitim. Allerdings kann eine solche Betrachtung auch leicht zu kurnz greifen, den bei Apollo ging es um her als nur Wissenschaft - warum sollte man also allein den wissenschaftlichen Wert herausgreifen?
Irreführend und wenig aussagekräftig ist dagegen die Beschränkung auf Apollo 11 in der Art der Betrachtung, wie Sie sie vornehmen. Da kann ich Ihnen nicht folgen.
Auch die Schlussfolgerungen, die aus Prof. Engelhardts Aussagen zu ziehen scheinen, finde ich ausgesprochen zweifelhaft. Aus welchem "selben Mitteltopf" wie Apollo lebt denn die deutsche Geologie und welche (negativen?) Auswirkungen von "Apollo 11" ergeben sich für sie?
Da wird ein Zusammenhang konstruiert, der objektiv gesehen nicht besteht und auf nicht nachvollziehbaren Prämissen besteht. Wissenschaftsfinanzierung ist keine durch feste Naturgesetze begrenzte Summe, sodass für andere nichts übribleibt, wenn ein großes Projekt viel abschoepft. Gerade bei Apollo war es so, dass durch dieses Programm die gesamten F&E-Ausgaben der USA gewaltig anstiegen, dass also die investierte Gesamtsumme stieg.
Davon profitierten nun auch nicht nur direkt involvierte Bereiche, sondern auch angrenzende. Apollo hat weder der unbemannten Raumfahrt geschadet noch der anderen Forschung, jedenfalls nicht in der Gesamtsicht.
Professor Engelhardt mag es - zu Recht - gestoert haben, dass seine Forschung des Impaktkraters im Noerdlinger Ries nicht ausreichend finanziert wurde. Aber die Schuld daran trägt doch wohl nicht Apollo, sondern die generell zu geringe Foerderung der Grundlagenforschung in Deutschland.
Wenn andere Nationen, in diesem Fall die USA mit dem Apollo-Programm, sich in dieser Hinsicht anders - vorbildlich - verhalten haben, dann halte ich das für ausgesprochen lobenswert und sehe daran nichts kritikwürdiges.
Darf ich auf zwei Aussagen hinweisen, die sich m. E. widersprechen?
'Der Mond ist langweilig.'
'Noch im selben Jahr hielt ich ein Stück Mondgestein in meinen zitternden Händen.'
So langweilig war das Erlebnis, ein Stück dieser anderen, angeblich langweiligen Welt in den Händen zu halten, also offenbar dann doch nicht?!
Und einige weitere Zitate:
'Was die Menschheit seither ganz wesentlich verändert hat, ist....der ferne Blick vom Mond zurück auf die Erde....Seither gibt es so etwas wie eine kollektive Selbstreflexion der Menschheit.'
'...Der Augenblick an jenem 21. Juli vor 40 Jahren war nicht weniger romantisch, denn die halbe Welt saß in Kleingruppen dicht gedrängt vor verrauschten TV-Geräten mit Zimmerantennen und träumte von fernen Zielen.'
Frage: Warum sollten die faszinierenden Bilder von Menschen auf der Mondoberfläche die kollektive Selbstreflexion weniger stimuliert haben, als der Anblick der Erde im All? Saß die Menschheit damals vor den Fernsehgeräten um sich stundenlang den blauen Planeten anzuschauen, oder war es nicht doch wegen der neuen, zunächst unfassbaren Erfahrung, Vertreter der eigenen Art erstmals auf einer anderen Welt agieren zu sehen?
Wird der Anblick des Heimatplaneten in der Schwärze des Alls, die völlige Aufhebung von 'Oben' und 'Unten', die dramatische Relativierung von 'Hier' und 'Dort' nicht noch eindrücklicher, wenn der Blick aus der Perspektive einer anderen, soeben durch eigene Anstrengung erreichten Welt erfolgt? So, wie auf diesem Apollo 11-Foto:
http://tinyurl.com/ncw2so
Viele Aussagen des Artikels erscheinen mir widersprüchlich und schlecht begründet. Hätte Armstrong gleich zum Mars fliegen sollen (oder ist auch dieser Himmelskörper 'langweilig')? Ist im All alles langweilig, außer der Erde selbst? Ist ein irdischer Stein geologische Untersuchungen wert, ein Exemplar vom Mond dagegen nicht?
Darf ein von US-Astronauten geborgenes Stück Mondgestein aus 'ideologischen Gründen' niemals von irgendeinem Wert sein? Wohl kaum....
Das Zittern einer Hand kann aussagekräftiger und ehrlicher sein, als manch 'politisch-philosophischer' Ansatz, s. o.:
'Noch im selben Jahr hielt ich ein Stück Mondgestein in meinen zitternden Händen.'
Um die Bedeutung der Landung auf dem Mond in Gänze zu erfassen, sollte man den Wettlauf /-kampf in's All mit der UdSSR nicht vergessen.
Die Schmach des Sputniks, des ersten Menschen, der ersten Frau im All galt es zu tilgen, koste es was es wolle.
> Der Mond ist langweilig. Wirklich zu
> entdecken gab es da auch 1969 nicht
> viel.
Wer sich mit dieser im Übrigen weder im Artikel selbst noch in den nachfolgenden Antworten belegten Behauptung nicht zufrieden gibt und mehr wissen moechte, dem empfehle ich die aktuelle Ausgabe 8/2009 der Zeitschrift "Sterne und Weltraum".
Dort nimmt Prof. Herbert Palme, Mineraloge, in seinem Artikel "Was uns die Mondsteine verraten haben" ausführlich zu der wissenschaftlichen Ausbeute des Apollo-Programms Stellung.
Danach weiß man ein ganzes Stück mehr.
Die Vergangenheit in der Gegenwart so auswerten, dass sie uns in Zukunft weiter hilft – so sollten wir rangehen. Zweifellos haben die USA nach der Spätnik-Katastrophe... in einer Verzweiflungstat gegenüber der Sowjetunion (s. o.) in kurzer Zeit – nicht ohne Verluste – gezeigt, was man mit viel Geld und Initiative „auf die Beine stellen“ kann. Das Apollo-Programm war erfolgreich, wurde abgebrochen – und der erwähnte Vietnamkrieg ging weiter. Hier überlagerten sich der Kalte mit dem Heißen Krieg – und beide kosteten viel Geld.
Auf dem atomaren Gebiet hatten die USA „die Nase vorn“ und der Menschheit „gezeigt“, was sie können – eigentlich der heiße Beginn des Kalten Krieges. Ob Raketen- oder Atom-Technik, auf beiden Seiten waren deutsche Wissenschaftler mit am Wirken – aus politischen Gründen!
Nachdem Jahrzehnte Ruhe um den Mond eingezogen war, wurde sehr schnell ein neuer Wettlauf der verschiedenen Länder um den Mond „ins Leben gerufen“ - die Wissenschaft hatte einen ausreichenden Stand erreicht. Auch zum Mars wurden Aktivitäten entwickelt und auf eine Anfrage an Spektrum wurde mir beantwortet: http://www.astronomie-heute.de/...17&_z=798889 - beim Mond ist es im Prinzip nicht viel anders.
Auf dem Mond sind eine Menge Forschungsarbeiten zu leisten. Daran arbeiten Sonden aus verschiedenen Ländern. Ziel: mehrere Länder wollen (auch aus Prestige?) Menschen auf den Mond bringen.
Die Mondentstehungstheorie durch Simulation – viele Forscher zweifeln aus verschiedenen Blickrichtungen – mittlerweile arbeite ich an einem Manuskript. Bei euronews hieß es im vergangenen Monat, dass diese Theorie die zur Zeit beste ist, die wir haben. Am Anfang war man der Meinung, dass alles mit einem Giant Impackt erklärbar wäre. http://www.psi.edu/projects/moon/moon.html Die weitere Mondforschung wird aber belegen, dass diese Theorie zum Sterben verurteilt ist. Eine Grundlage ist dafür Prof. Deiters: „Immer war es nötig, weitere Ereignisse zu einem späteren Zeitpunkt anzunehmen.“ http://astronews.com/...kel/2001/08/0108-022.shtml
Dazu macht mich auch die naturwissenschaftliche Ignorierung historischer Überlieferungen stark, die von den Informationen aus den Schriften der Bibliothek des Königs Assurbanipal aus Ninive (noch) nichts wissen wollen. Seit 1872 können diese in der Summe über 70.000 Keilschriften übersetzt werden – ZDF brachte einen Beitrag: Stichwort Gilgamesch. Wenn man sich überlegt, das dieses Epos mit 12 Tafeln die einzige offizielle Veröffentlichung der 70.000 Tafeln ist – was wird uns alles vorenthalten? Z. B.; Prof. Kramer S. N. 1956: History Begins at Sumer; Z. Sitchin: Das verlorene Buch Enki, www.sitchin.com
Dass hier die Diskussion in der Gegenwart über die Vergangenheit geführt wird, um Schlussfolgerungen für die Zukunft zu ziehen, ist eine gute Sache. Mit Prof. Kramer und Z. Sitchin möchte ich aber etwas weiter (über 4.000 Jahre) zurückgehen, um die Aufzeichnungen auszuwerten. So gesehen ist das alles mehr als spannend – und unsere Vergangenheit eine High-Tech-Quelle! Folgen wir Shakespeare mit seiner Aussage von 1601: „Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erden, als Eure Schulweisheit sich erträumt.“