wissenslogs ALLWISSENDE MEDIEN

Zählen Sie Folien oder fließt Ihr Vortrag?

24. Februar 2010, 21:33

Vielleicht leuchtet der vermeintliche Gegensatz nicht spontan ein. Doch glaube ich, dass sich an ihm die Qualität einer Präsentation entscheidet: Wer nämlich die Folien seines Vortrags erst einmal abzuzählen beginnt, gerät leicht auf jenen sprichwörtlichen Holzweg, wo es dann holpert und stolpert. Mehr noch: Wer seinen Gedanken in einzelne Folien zerlegt, riskiert, sich konzeptionell selbst ein Bein zu stellen.

Zum Beispiel bat mich neulich erneut ein Seminarteilnehmer um Rat: „Reichen 15 Folien für mein Referat?“ Mit gespielt verdutzter Miene fragte ich zurück: “Wofür?“. „Na, für meine Vortragszeit von 20 Minuten – mit wie vielen Folien rechnen Sie denn so pro Vorlesungsstunde?“ Ich musste passen, denn da „rechne“ ich nicht.  (weiter)

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Führen Sie PowerPoint vor?

10. Januar 2010, 21:26

Oder führen Sie mit PowerPoint vor? Den kleinen Unterschied mag man leicht überlesen. Übersehen wird man ihn nicht!
Denn Ihr Publikum hat ein feines Gespür dafür, ob Sie etwas vorführen oder ob Sie primär das vorführen, womit man etwas vorführen kann. In deutlicheren Worten: Noch immer zeigen PowerPoint-Vorträge über weite Strecken überwiegend die Fertigkeiten des Vortragenden hinsichtlich seiner Hilfsmittel. (weiter)

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Was die Leute mit PowerPoint alles nicht machen ...

07. Dezember 2009, 14:13

..., ist schon sehr erstaunlich. Doch vorweg: Im Grunde geht es nicht um PowerPoint. Es geht mir um die Vermittlung von Information mit Medien, um „mediale Vermittlung“ also. Als ob diese semantische Tautologie – man „vermittelt“ etwas „mit Mitteln“ –  nicht schon an sich trivial genug wäre. Mehr noch: Die meisten Vermittler reiten diesen weißen Schimmel hoch zu Ross wie einen bockigen Esel. Ich will damit sagen, dass es inklusive technischer Tücke nicht an Versuchen fehlt, Leinwände und Lautsprecher medial mit Raffinesse zu füllen, wenn nicht gar zu überfüllen, dass aber oft auf der Strecke bleibt, um was es eigentlich gehen sollte: Der Inhalt, den es zu vermitteln gilt! (weiter)

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Galileis Fernseh-Apparat

23. Oktober 2009, 20:14

Seit meiner letzten Ritterburg vor fünfzig Jahren habe ich nicht mehr mit solch einer Begeisterung etwas aus Karton zusammengeklebt, wie diesen Fernseher des Herrn Galilei. Sie verstehen nicht? Fernseher, das ist auf Altgriechisch ein Teleskop. Galilei selbst nannte sein Urexemplar telescopio. Jetzt liegt eine Replik dieses ältesten Fernrohrs der Geschichte auf meinem Schreibtisch.

Alles fing damit an, dass ich das Kapitel Telekommunikation für meine Wintervorlesung vorbereitete. Wie immer war ich zu spät dran und raffte den Stoff bei „www.weißte-nicht-wo-was-und-wer“ wild zusammen: Spiegeltelegrafie im Altertum, Gauß’ und Webers elektromagnetischer Telegraf, Morses Einfinger-Ticker, Transatlantik-Telefonkabel – alles mit Ziel auf GPS, Web 2.0 und weltumspannenden Mobilfunk. (weiter)

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Betr.: Guckst du

20. September 2009, 22:20

Mit diesem Betreff versieht unsere Kollegin Michaela solche E-Mails, bei denen wir lediglich einen Anhang oder einen Link zur Kenntnis nehmen sollen. „Schau mal drüber“, hieß das früher. In den vergangenen Wochen habe ich nicht geguckt, weder da noch sonst wo. Ich hatte –  rein physiologisch – kein Einsehen mehr oder auf Kaya-Yanar-Deutsch: Auge kaputt! Die Linse meines linken Auges war innerhalb weniger Monate trüb geworden. (weiter)

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„Guter Mond, du wandelst leise ...

19. Juli 2009, 23:06

„ ... an dem blauen Himmelszelt“. Pures Lebensgefühl der Romantik um 1848, denn das Lied geht so weiter: „Zu dem schönsten Morgenrote führst du uns, o guter Mond“. Aber wohin hat uns die Raumfahrt geführt?

Jedenfalls 1969 bis zu eben jenem Mond, bemannt und mit einem „großen Sprung für die Menschheit“. Der Augenblick an jenem 21. Juli vor 40 Jahren war nicht weniger romantisch, denn die halbe Welt saß in Kleingruppen dicht gedrängt vor verrauschten TV-Geräten mit Zimmerantennen und träumte von fernen Zielen. Doch was ist aus dem großen Sprung geworden? (weiter)

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Bloggewitter: Bologna zeigt Wirkung

15. Juni 2009, 09:00

... auch die erwünschte? 2010 naht und damit das konzeptionelle Ende des Prozesses, der Europa auf ein effektiveres Bildungsniveau bringen soll. „Zum Wohle aller“, sagen die einen, „zum kulturellen Niedergang“, die anderen.

Was sagen die Betroffenen? Ich habe sie gefragt. Ich habe die 250 Studierenden angeschrieben, die ich in den vergangenen vier Semestern in einem Bachelor-Studiengang Medienwissenschaften unterrichtet habe. Ich habe sie eingeladen, meinen Platz hier in den „Allwissenden Medien“ als Gastautor zu übernehmen. Ich habe 250 ambitionierte Kandidaten für Berufe wie PR-Manager, Pressesprecher, Journalisten, Filmemacher, kurz zukünftige Meinungsbildner und Informationsvermittler gefragt. (weiter)

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Wolfram|Alpha und die Allwissenden Medien

16. Mai 2009, 23:12

Es kann sein, dass der heutige 16. Mai 2009 einst als denkwürdiger Tag in die Geistesgeschichte der Menschheit eingehen wird. Denkwürdig im wahrsten Sinne des Wortes, weil an ihm möglicherweise eine neue Ära des Denkens und des Wissens für uns alle eingeläutet wurde. Wenn dem einst so sein sollte, dann kam es so: (weiter)

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Zum Tag der Arbeit: Wo bleibt die Wirkung?

01. Mai 2009, 23:43

Am heutigen Tag der Arbeit sind mehr Menschen auf die Straßen gegangen als in den Jahren zuvor –  eine Million alleine in Frankreich. Laut  tagesschau.de  beschworen sie eine "vorrevolutionäre Stimmung" herauf. Das zentrale Thema: Angst vor Arbeitslosigkeit und mehr noch: Wut über die politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen, die den Arbeitsmarkt offensichtlich nicht richtig lenken und organisieren können. (weiter)

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Nicht nur Leistung und Arbeit – auch Wirkung muss sich lohnen

19. April 2009, 12:32

Manager haben derzeit ja eine augenfällige Medienpräsenz: Sie erscheinen passiv in Berichterstattung und Kommentaren mit schlimmen Beigeschmack und aktiv in Talkshows mit dem Ziel der Reinwaschung. Die jeweiligen Thesen lauten Fehlleistung hier und leistungsgerechtes Einkommen dort. Wo, bitte, ist denn da die Leistung bzw. die Fehlleistung? Leistung, Ihr Leute, ist etwas anderes! (weiter)

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szmtag