wissenslogs 10 JAHRE BOLOGNA

Perspektiven einer zukünftigen Medizin und eines sich wandelnden Arztbildes

01. Juli 2009, 14:49

Hans-Gerhard HusungEin Beitrag von Dr. Hans-Gerhard Husung
Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung, Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Berlin

Die medizinische Ausbildung bereitet auf einen "regulierten" Beruf vor. Das hat besondere rechtliche, aber auch mentale Konsequenzen: Es gibt gefühlte Selbstwahrnehmungen von Abständen zu anderen regulierten Berufen, die nicht ausschließlich sachlich begründet sind. Sie definieren sich über den Status der Ausbildungsinstitution, die Länge der Ausbildung und das zugeschriebene Ansehen des verliehenen akademischen Grades. (weiter)

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Die Zukunft gemeinsam gestalten

21. Juni 2009, 07:52

Ernst Th. RietschelEin Statement von Prof. Dr. Dr. h.c. Ernst Th. Rietschel
Präsident der Leibniz-Gemeinschaft

Foto: David Ausserhofer 

Sie haben begeisterungsfähige Professoren und Studenten. Sie verfügen über die grundgesetzlich verbriefte Freiheit, ihre Ziele in Forschung und Lehre ohne äußeren Einfluss zu verfolgen, die Wissenschaft in Disziplinen zu entwickeln und den wissenschaftlichen Nachwuchs heranzuziehen. Sie sind Drehscheibe für den Austausch von klugen Köpfen. Unsere Universitäten haben viele Stärken.
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Bologna - Das Problem ist die Umsetzung, nicht das System!

19. Juni 2009, 21:10

Frank FeilEin Beitrag von Frank Feil
Student an der Universität Heidelberg



Ich selbst studiere nun seit 6 Semestern an der Universität Heidelberg und habe den „Bologna-Prozess“ quasi von Anfang an miterlebt. Nach zwei Semestern Jura entschloss ich mich zu einem Studienfachwechsel in die Fächer „politische Wissenschaft“ und „Anglistik“. Während die vorangegangenen Jahrgänge noch zwischen Diplom, Magister und Staatsexamen wählen konnten, hatte ich plötzlich nur noch die Wahl zwischen Staatsexamen und dem neueingeführten Bachelor-Studiengang. Nach zahlreichen Überlegungen entschloss ich mich gegen den neuen Bachelor-Abschluss, da mir die Erfahrung der einzelnen Fakultäten damit einfach noch zu gering erschien - ich sollte recht behalten. (weiter)

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Bachelor- und Masterstudium an der Medizinischen Fakultät der Universität Basel: Ein Praxisbeispiel

19. Juni 2009, 16:40

Hedwig J. KaiserEin Beitrag von Prof. Dr. Hedwig J. Kaiser
Studiendekanin der Medizinischen Fakultät sowie Vizerektorin für Lehre an der Universität Basel

Periode "vor Bologna"

Das Medizinstudium in der Schweiz ist seit Mitte der 90er Jahre in einem ständigen Reformprozess. Der erste Reformprozess wurde ausgelöst durch ein verstärktes Problembewusstsein, dass Änderungen in den Anforderungen an den Arztberuf auch eine Anpassung des Studiums erfordern. Auch auf dem Hintergrund der WHO-Definition von Gesundheit (volles physisches, geistiges, psychisches und soziales Wohlbefinden und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Behinderung) und der Neudefinition des Arztbildes (WHO 5* doctor: care provider, decision maker, communicator, community leader and manager) wurde das Curriculum umgestaltet mit dem Ziel folgende Punkte zu fördern: (weiter)

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Den Bologna-Prozess in der praktischen Umsetzung verbessern

18. Juni 2009, 15:59

Ernst Dieter RossmannEine Stellungnahme von Dr. Ernst Dieter Rossmann, MdB. Er ist seit 2009 Sprecher der Arbeitsgruppe Bildung und Forschung der SPD-Bundestagsfraktion.

Fast zehn Jahre nach dem Beginn des sogenannten Bologna-Prozesses hat die Konferenz von Leuven gezeigt, wie weit diese Initiative zu einem gemeinsamen europäischen Hochschulraum mittlerweile ausgreift. Nicht nur, dass aus den ersten 27 Staaten, die seinerzeit beim Beginn des Bologna-Prozesses dabei waren, mittlerweile 46 geworden sind. Nein, auch zahlreiche Drittstaaten bis hin zu Australien haben in einem assoziierten Bologna-Forum in Leuven Interesse an den Zielen wie dem System dieser tiefgreifenden Hochschulreform in Europa gezeigt. Ohne dass hier gleich eine "Bologna-UNO" am Horizont erscheint, ist dennoch zu konstatieren, dass Europa mit dem Bologna-Prozess offensichtlich ein interessantes Modell entwickelt hat, und es in der weiteren Folge sehr wohl dahin kommen könnte, dass dieses Modell zum Benchmark in der globalen Hochschulwelt werden könnte. (weiter)

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Der Bologna-Prozess - eine Standortbestimmung

18. Juni 2009, 08:27

Margret WintermantelEin Statement von Prof. Dr. Margret Wintermantel
Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz


10 Jahre Bologna – die Gesamtbilanz fällt gut aus: Die meisten Studiengänge sind auf Bachelor/Master umgestellt und die Mehrzahl der Studierenden äußert sich zufrieden. Die Reform kommt gerade ihnen zugute: Sie können aufgrund der strukturierten Programme ihr Studium besser planen. Sie wissen, welche Kompetenzen sie erwerben. Da die Inhalte auf ihre Arbeitsmarktrelevanz geprüft werden, wird der Übergang in den Beruf erleichtert. Gerade auch für die Bachelor-Absolventen zeichnen sich inzwischen gute Perspektiven ab. Die Abbrecherquoten sind in vielen Fächern gesunken. Die Mobilität zwischen Bachelor- und Masterabschluss ist gestiegen. (weiter)

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Bologna-Reformen im europäischen Vergleich

17. Juni 2009, 07:52

Barbara M. KehmEin Beitrag von Prof. Dr. Barbara M. Kehm
Direktorin des Internationalen Zentrums für Hochschulforschung (INCHER)
Universität Kassel


Die Umsetzung der im Rahmen des Bologna-Prozesses angestrebten Reformen verläuft in den mittlerweile 46 Bologna-Unterzeichnerstaaten sehr unterschiedlich. Insofern sind auch die Probleme, die je nach Land bei der Umsetzung sich ergeben oder gesehen werden, unterschiedlich. Ein Grund für diese Unterschiede ist die Tatsache, dass in vielen Unterzeichnerländern nationale Reformanliegen an die Bologna-Agenda angehängt wurden, um Widerstände zu verringern. Dafür einige Beispiele: (weiter)

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Pro und Kontra Bachelor-Master

16. Juni 2009, 10:23

Michael WinkEin Kommentar Michael Wink
Direktor des Instituts für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie der Universität Heidelberg


Meine Einschätzung der Bachelor/Master-Studiengänge ist im Wesentlichen durch langjährige eigene Erfahrungen geprägt: Bereits 2001 konnte ich als Gründungsdekan den BSc/MSc Molekulare Biotechnologie an der Universität Heidelberg als einen der ersten Bachelor-Studiengänge etablieren. Wir nehmen jeweils 45 Studienanfänger im Jahr auf; d.h. meine Aussage beruht auf der Erfahrung mit fast 500 Studierenden aus 8 Jahrgängen Bachelor und 5 Jahrgängen Master. (weiter)

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Bologna - Zehn Jahre zwischen Idee und Umsetzungsversuchen

15. Juni 2009, 13:18

Ein Kommentar von Albert Albers und Tobias Deigendesch

Weit weg ist Bologna. Weit fortgeschritten ist der Bologna-Prozess! Soweit ist man sich einig - in Berlin, Bonn und den Landeshauptstädten - aber wie weit weg ist er von den Fakultäten, deren Dekanaten und Lehrenden? Wie weit ist der Bologna-Prozess in seiner Umsetzung in Deutschland tatsächlich gelungen?

Blickt man in die wenige Seiten starke Erklärung der Bildungsminister zum Europäischen Hochschulraum aus dem Jahre 1999 und heute zehn Jahre später in die Stätten universitärer Lehre, stellt man vielfältige und gut gemeinte Aktivitäten auf den adressierten Gebieten fest. Der Reformwille war und ist groß, führte jedoch häufig an den ursprünglichen Zielen vorbei. (weiter)

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Was bedeutet der Bologna-Prozess für die Universität und ihre Studierenden?

15. Juni 2009, 06:57

Arend OetkerEine Stellungnahme von Dr. Arend Oetker
Präsident des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft

 

Ein Blick in unsere Geschichte zeigt: Humboldt entwarf die Universität als einen Ort der gleichberechtigten und selbstbestimmten Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden, geeint von der Liebe zur Wissenschaft; und Helmholtz verteidigte 1877 die "alte Auffassung der Studierenden als selbst verantwortlicher junger Männer, die aus eignem Trieb die Wissenschaft suchen, und denen man es frei überlässt, ihren Studienplan sich einzurichten, wie sie es für gut finden."

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts müssen wir diese Auffassung von Studium und Universität angesichts der aktuellen Gegebenheiten etwas modifizieren: (weiter)

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