wissenslogs Forschern auf der Spur

Ein Plan, die Welt zu retten?

von Reinhard Breuer, 21. Februar 2008, 14:40

Als ich erstmals den Artikel „Masterplan für das Solarzeitalter“ las, den wir in der aktuellen Märzausgabe von Spektrum der Wissenschaft als Titelgeschichte veröffentlichen (und den Sie hier kostenlos downloaden können), war ich fasziniert und skeptisch zugleich. Unsere drei US-Autoren wollen tatsächlich die Welt (zumindest ein bisschen) vor ihren eigenen Sünden bewahren. Die USA sollen, dank Solarenergie bis zum Jahr 2050 komplett unabhängig von Ölimporten werden und quasi nebenbei ihren Kohlendioxidausstoß um Milliarden Tonnen senken.

Der Plan ist verwegen und schon deswegen einige Gedanken wert. Vor allem wollen die Autoren teure Fotovoltaik zum Zuge kommen lassen. Platz für riesige Solarfarmen im amerikanischen Südwesten gebe es genug. Außerdem müssten Druckluftspeicherkraftwerke mit ihren relativ schlechten Wirkungsgraden eingesetzt werden, um tagsüber erzeugten Stromüberschuss für die Nächte zwischenzuspeichern. Bis 2020, so glauben die Autoren, können diese Techniken den nötigen Reifegrad erreicht haben, um flächendeckend eingesetzt zu werden.

In Deutschland und Europa ist die Lage völlig anders, da bietet sich dieser „amerikanische Weg“ so nicht an. Die derzeitige Energiepolitik der Bundesregierung hat die Konsequenz, dass in den Jahren bis 2015 in Deutschland 26 neue Kohlekraftwerke ans Netz gehen müssten. Dadurch dürften dann jährlich fast 165 Millionen Tonnen Kohlendioxid freigesetzt werden. Durch Stilllegungen sollen im gleichen Zeitraum aber nur 43 Millionen Tonnen des Treibhausgases eingespart werden. Nimmt man die Szenarien der Klimaforscher ernst (siehe etwa diese Klimabloggerseite), erscheint dieser Weg nicht besonders überzeugend. 

In dieser Lage fordern viele nicht nur das Offensichtliche, nämlich die regenerativen Energien kräftig auszubauen – natürlich passend zu unserer Klimasituation in Europa, das etwas nördlicher liegt als der Südwesten der USA. Da es aber länger dauern wird, bis diese einen relevanten Beitrag liefern können, sollte man vielleicht darüber nachdenken, die existierenden Atomkraftwerke länger laufen zu lassen, statt Kohlekraftwerke zu Dutzenden aufzustellen. Das jedenfalls fordert im April-Heft von Spektrum der Wissenschaft, das kann ich hier schon mal verraten, der Mainzer Physikprofessor Konrad Kleinknecht. Die Pläne von Umweltminister Gabriel zum Abbau der Kohlendioxidemissionen findet der Forscher, ich zitiere hier aus seinem Beitrag, der mir schon vorliegt, „fern der Realität“.

Global gesehen setzen immer mehr Länder inzwischen wieder auf Kernkraft (man werfe nur einen Blick auf die Schlagzeilen auf dieser Seite): Großbritannien hat gerade den Startschuss zum Bau neuer Atomkraftwerke gegeben, der nuklearversessene Iran plant 19 Kernkraftmeiler, die Schweiz „reizt Deutschland mit Atomplan“, wie die Presse schrieb. Es gibt inzwischen Pläne für Atomkraftwerke in Afrika, in den USA sprechen manche sogar von einer Kernkraft-Renaissance.

Doch auch die Welt der Atomenergie war nie einfach und heil. Das Problem mit der Endlagerung bleibt ebenso ungeklärt wie die Tatsache, dass ein Restrisiko bestehen bleibt. Und kürzlich sah ich einen Beitrag des ZDF-Magazins Frontal, der etwa auf Probleme beim Uranabbau hinwies. Ein Beispiel: “Der Abbau des Urans für deutsche Atomkraftwerke“ verursache „verheerende Umweltschäden – auch mit tödlichen Folgen.“ So leiden etwa australische Ureinwohner, die in der Nähe von Uranminen leben, offenbar häufig unter Lungenkrebs.

Grund genug zum Handeln haben wir, denn der Energiehunger wird nur größer – auch bei uns. Doch trauen wir der Sonne wirklich zu, große Teile unseres Energiebedarfs zu decken?  Zumal aus europäischer Sicht die Windkraft ein deutlich höheres Potenzial haben dürfte und Fotovoltaik bei uns nicht den Beitrag leisten können wird wie für die USA. Es geht um Versorgungssicherheit, bezahlbare Preise, Umweltverträglichkeit.

Die Welt mit einem großen Befreiungsschlag retten? Ich bleibe skeptisch – und bin weiterhin fasziniert.

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Kommentare

  1. Fischer Kohlekraftwerke...
    21.02.2008 | 15:23

    ...setzen ja nicht nur Kohlendioxid frei, sondern unter anderem große Mengen giftiges Quecksilber:

    http://quecksilber.wordpress.com/...-einwendungen/

    Das ist ein wesentlich größeres Problem, das die Kernkraft wahrscheinlich zum kleineren Übel werden lässt.

  2. Marcus Kober Die größten Herausforderungen
    21.02.2008 | 16:01

    Für diesen Beitrag vielleicht auch ganz interessant: Die National Academy of Engineering (NAE) hat eine Liste mit vierzehn Punkten aufgestellt, die die größten Herausforderungen an Wissenschaft und Technik darstellen. Da geht es genau um die Rettung der Welt (oder zumindest um die Sicherung eines der Akademie nach erstrebenswerten Lebensstandards).
    Nach dieser Liste soll beispielsweise die Wirtschaftlichkeit und Effizienz von Solarzellen verbessert, Energiegewinnung aus Kernfusion soll etabliert und der CO2-Ausstoß verringert werden.
    Auch hier stellt sich die Frage, wie sich solche Ziele in Deutschland und Europa erreichen lassen...
    Das ganze etwas ausführlicher und mit Originalquellen versehen:
    http://holonblog.geheimorden.de/...ausforderungen/

  3. Rudi
    22.02.2008 | 16:36

    Kernkraft? 1. Die Terroristen warten schon. 2. Die globale Erwaermung beschleunigt die Kontinentaldrift, die hat mehr Erdbeben, Vulkanausbrueche ... zur Folge.

  4. Florian Noto Kohle, Atom und Regenerative
    23.02.2008 | 00:09

    Hallo,
    danke für den Hinweis auf meinen Blog, Fischer :) Tatsächlich sehe ich den Neubau von zahlreichen großen Kohlekraftwerken kritisch. Neben den Auswirkungen aufs Klima belasten Feinstaub, Quecksilber und zahlreiche andere Schadstoffe die lokale und globale Umwelt.

    Allerdings sehe ich in Atomenergie keine Alternative (guter Link zu Frontal21)! Die Renaissance wird nun schon lange gepredigt, tatsächlich sind viele der weltweiten Neubauprojekte Karteileichen oder Bauruinen (Bsp. Angra 3 in Brasilien, seit 1975 in Planung, seit 1984 im Bau). In anderen Ländern (Indien, Iran ...) gibt es politisch motivierte Programme, die kaum als Beleg für den ökonomischen (oder gar ökologischen) Nutzen dieser Energieform gelten können. Die Bedeutung von Atomkraft für die globale Energieversorgung ist zudem eher gering. Die CO2-Einsparung ist marginal, wenn nicht tausende neue Reaktoren gebaut werden sollten (mit entsprechenden Risiken). Zudem ist fraglich, ob AKWs mit europäischen Sicherheitsstandards in Zukunft noch rentabel arbeiten können - Uran wird teurer, die Preise für Windenergie sinken.

    Regenerative Energien haben in Deutschland schon einen Anteil von 13%, was optimistische Prognosen von früher weit übertrifft. Bis 2050 werden alle Kraftwerke (egal welcher Art) die heute in Betrieb sind, veraltet sein und ersetzt werden müssen. Wenn die politische Entscheidung da ist regenerative Energieformen zu fördern sind technische und ökonomische Fragen schon jetzt weitgehend gelöst.

  5. Bärchen Quecksilber?
    23.02.2008 | 23:14

    Quecksilber durch Kohle? Ich werde verrückt. Dann lässt bloß in einem Raum keine Sparlampen fallen, denn ruckzuck ist die Quecksilberkonzentration im WOHNraum höher als Kohle es in seiner Umgebung je erreichen könnte.

    Man könnte ja auch Kohle verflüssigen und das bisschen Quecksilber für Sparlampen verwenden. Wenn es so stört.

    Was der Idee angeht. Besser als Biokraftstoffe ist es alle mal. Ich hoffe auch, dass bei der Solartechnik der entscheidende Fortschritt noch kommt. Aber im Moment sieht das eher flau aus. Was Druckluft angeht. Na ja, schaut mal unter Aircar nach. Vor allem die Kritik darüber.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Aircar
    http://www.vossyline.de/artikel/wissenschaft/druckluftauto.htm

    Hier, allgemein über Luftdruck.

    Im Ernst, beides zusammen hat hohe physikalische, nicht technische(!), Probleme, dass ich auf dieses Pferd nicht setzten würde. Solar hat natürlich physikalische Probleme vor allem in höheren Breitengraden.

    Was mich vielmehr beschäftigt ist die Berechnung, wie groß die notwendige Industriefläche für die Herstellung allein notwendig wäre. Das ist auch erstmal das Problem, wieso man es nicht von heute auf morgen NICHT bewerkstelligen kann. Was die da so emittieren, sollten die Kritiker auch mal näher durchleuchten. So gesund ist das nämlich nicht. Stichwort Galvanik.

    Dann geht es um das unglaubliche hohe notwendige Material und Fläche, was hohe Instandhaltund und Pflege verspricht Na ja, am Ende wundert man sich eben nicht, dass Solarstrom 49C/KWh kostet, obwohl doch der Strom kostenlos umwandelt wird.

    Hier eine schöne Rechnung für den Flächenbedarf je Leistungsdichte.

    Ach, und was bei Wüste noch zu beachten ist, ist der Wüstensturm. Wie ein Sandstrahler wird das Glas zerkratzt, was den Wirkungsgrad von 20% auf 2% fallen lassen kann.



    Antwort der Autoren:
    Renewable energy systems transfer the resource burden from the fuel side to the component side. This raises the need for “life cycle studies” to compare resource flows in energy systems. Life cycle studies to date indicate that the resource flows of solar technologies compare favorably to the resource flows for fossil fuel and nuclear energy technologies.

    Today’s PV modules are tested in accelerated aging tests in very severe thermal cycles and pass with flying colors. We already have large systems in the dessert (e.g., Tucson Electric Power, Springeville, Arizona) which operate for years with absolutely no damage problems from desert storms. The only problem has been some soiling till the rain comes and this a loss factor due to soiling and expected degradation of 0.5%/yr is included in our plan.
  6. Heinrich Triebstein Ein Plan, die Welt zu retten
    24.02.2008 | 06:42

    Ich vermisse einen Weg, der im SPIEGEL 36/07 unter der Überschrift "Wankelmut des Windes" veröffentlicht wurde: Den Bau einer europaweiten Superleitung, die Windstrom transportiert und gleichzeitig als Speicher dient.
    Zu dem in einem der Kommentare erhobenen Einwand, Sandstürme in der Wüste senkten die Ausbeute von 20 auf 2 Prozent, sollte die Meinung der Forscher eingeholt werden, die das TREC-Konzept entwickelt haben: Dr. Gerhard Knies und Dr. Franz Trieb.
    Das Windstromkonzept, das in Kassel von Dr. Gregor Czisch entwickelt wurde, hat mir die Erkenntnis vermittelt, dass ein Umstieg vom VERbrauch endlicher Energierohstoffe auf den GEbrauch unerschöpflicher Energiequellen möglich ist. Nur die Konzerne verhalten sich nach dem Grundsatz: Erst wenn das letzte Gramm Kohle verbrannt, die letzte Unze Uran in Plutonium umgewandelt, der letzte Tropfen Öl aus dem Schiefer gekratzt und der letzte Quadratmeter Regenwald für den Anbau von Soja und Ölpalmen umgewidmet worden ist, werden wir anfangen, über erneuerbare Energien ernsthaft nachzudenken. Und unsere Gewählten richten sich ganz gemütlich ein in der fürsorglichen Belagerung durch die Konzerne.

  7. Fischer Ein anderer Aspekt:
    24.02.2008 | 15:41

    Was ist eigentlich mit unserer Energie-Infrastruktur? Alle Beiträge hier gehen im Grunde implizit davon aus, dass unsere zentralisierte Energieversorgung auch mit erneuerbaren Energien sinnvoll ist und in dieser Form weiterbestehen kann.

    Die bisherige Versorgungsstruktur ist aber ein Kind der fossilen Brennstoffe und für erneuerbare Energien u.U. gar nicht so sinnvoll.

  8. 24.02.2008 | 15:43

    Meine Meinung zum "Grand Plan", aus Platzgründen in einem eigenen Blogeintrag:

    http://www.wissenslogs.de/...-ein-gro-er-plan-sein

  9. Helmut Balters Energieversorgung Spectrum 03/08
    24.02.2008 | 18:42

    1)Weite Flächen, die mit Solaranlagen abgedeckt werden können, stehen in Europa leider nicht zur Verfügung. Man könnte aber Solarzellen auf mindesten 2m hohe Pfähle montieren, und diese so aufstellen, dass sich darunter und dazwischen Vegetation entfalten kann. Vielleicht könnte man auch mähen, evtl. sogar einmal im Jahr pflügen. Einen solchen "Solaracker" könnte man geradezu als Naturschutzgebiet ausweisen.
    2.)Energiespeicherung. Als Alternative zu den angegebenen (ebenfalls Landschaft verbrauchenden Verfahren) käme eine industrielle Speicherung durch Rotoren in Frage. Die übliche Stahlkugeln fur Kugellager haben den Nachteil, dass sie vibrieren, wodurch ein Teil der mechanischen Energie in Schall übergeht. Es müssten Kugeln aus einem unelastischen Material erfunden werden.

  10. ck42
    24.02.2008 | 19:01

    Nun, die Kosten für Großinvestitionen liegen doch schnell um Faktoren höher als geplant. Öffentlicher Mittel sollten nur für die Forschung, nicht für die Projekte selbst eingesetzt werden Die Idee, Steuern eher auf die fossilen Träger und nicht auf den Strom zu legen ist in Ordnung, dann kann sich die wirtschaftlichste Idee im Wettbewerb mit anderen Alternativen durch setzen.



    Antwort der Autoren:You are correct “ck42” that government funding is best for scientific R&D. In our case, we see that a ten-year public subsidy, along the lines of the German feed-in tariff, is going to be essential to bring solar power to lowest cost by 2020. If left to current growth rates, it will be 2030-2040 before solar technologies attain optimized manufacturing scale.

    The authors believe that the ball is really in the U.S. court on the subsidy issue since Germany and other European nations are leading the way in supporting growth in renewable energy technologies. If the European Union and the U.S. were to develop a conjoint solar deployment plan, then subsidies could be shared.
  11. Florian Noto Quecksilber? Quecksilber!
    25.02.2008 | 00:22

    @Bärchen
    Quecksilber durch Kohle? Ich werde verrückt. Dann lässt bloß in einem Raum keine Sparlampen fallen, denn ruckzuck ist die Quecksilberkonzentration im WOHNraum höher als Kohle es in seiner Umgebung je erreichen könnte.

    Eine Sparlampe enthält maximal 5 mg Quecksilber (weswegen man sie als Sondermüll entsorgen muss). Bei Kohle ist der Gehalt sehr unterschiedlich, selten mehr als 1 mg/kg (ppm). Die Sparlampe geht bei tolpatschigen Leuten alle paar Jahre kaputt, das Kraftwerk arbeitet jahrzehntelang Tag für Tag. Pro Jahr werden in einem größeren Kohlekraftwerk mehrere Millionen Tonnen Kohle verbrannt - da müssten schon einige Lampenlager zu Bruch gehen.

    Die größte Quelle für Quecksilber weltweit sind mit Abstand Kohlekraftwerke! Das sorgt nicht nur für lokale Belastung, sondern es breitet sich weltweit aus.

  12. Alexander Meyer
    25.02.2008 | 17:04

    Wenn es denn klappen würde und die US-Regierung die erforderlichen Gelder zur Verfügung stellt ein in sich schlüssiger Plan. Das einzige Risiko, dass ich sehe ist, dass die Solarzellen zu den erforderlichen Zeiten nicht weitgenug entwickelt sind. Noch ein kleiner Einwand: Was ist wenn auf eine Sonnenfinsternis sofort die Nacht folgt und die Energieversorgung dann 1-2h länger aus Reserven aufrechterhalten werden muss? Werden die Reserven groß genug sein? Und was ist mit Schlechtwetterperioden, der kürzeren Sonneneinstrahlungszeit im Wnter und Verschmutzung dder Solarpanele?



    Antwort der Autoren:Our plan is based on minimum (winter) insolation for the U.S. Southwest as recorded from 45 years of data. For both wind and solar electricity storage is essential to enable these intermittent energy sources to become available 24/7, year round. A geological feature of the European continent is the widespread distribution of salt formations, which are the least costly form of underground, bulk-energy storage reservoirs.
  13. Christian Kurze Laufzeit
    25.02.2008 | 19:03

    Wenn der momentane Verbrauch gehalten werden soll, wird es ganz ohne neue Kraftwerke nicht gehen - und dann müssten in Europa entweder neue KKW oder neue Kohlekraftwerke errichtet werden. In beiden Fällen entstünde ein Problem mit der Laufzeit, denn Kraftwerke, die heute neu errichtet werden, sind 2020 noch nicht wirklich "alt", so dass es für die Betreiber gänzlich unwirtschaftlich wäre, sie dann bereits stillzulegen. Genau das ist ja auch das Problem mit den akutell geplanten Kohlekraftwerken - wenn sie erst einmal gebaut sind, werden sie auch für die nächsten 50 Jahre betrieben werden....

  14. Thomas Moucha Klima
    26.02.2008 | 15:37

    Wenn 80.000 km² Fläche mit Fotovoltaik
    in einem begrenzten Areal (Südwesten der USA) verbaut werden, wie wirkt sich das auf das Klima aus. Die Temperaturen könnten in dieser Region stark ändern!
    Als Folge davon könnten sich extreme Wettersituationen bilden.



    Antwort der Autoren:
    It is true that locally we would experience temperature differences and correspondingly air movements. Although studies on the albedo effect of large desert PV plants have not been conducted yet, one can draw some tentative conclusions from existing observations and global models.

    Tom Hansen, manager of Tucson Electric Power’s (TEP) Springerville PV plant pictured in our article, has measured a 2-3 degree Fahrenheit temperature increase at the center of the PV field and a wind vortex from the periphery of the field toward the center. An area of 50,000 square km would receive about 3*10^14 watt-hours of solar energy per day. With a 20% albedo differential between desert and PV surfaces, this would amount to a net excess of 6*10^13 Watt-hrs per day.

    Now, we have already experienced such magnitude albedo changes in the area without apparent impacts. The cities of Phoenix, Tucson, Las Vegas, and the eastern portion of Los Angeles occupy about 50,000 square km and have converted a high albedo ground to lower albedo surfaces. One should also consider that heating due to the albedo change will be counterbalanced, on a national scale, by avoiding heating caused by thermoelectric plants that PV will replace. On a global scale, Greg Nemet at the University of Wisconsin studied global net radiative forcing by supplying 50% of the world’s energy with PV and 50% of the PV being ground-mounted installations similar to those in our article. Nemet’s PhD study takes into account PV albedo effects. His conclusion is that PV, net the negative PV albedo effect, is one of the most effective means to combat anthropogenic global warming.

    Nevertheless, the potential for local effects deserve detailed studies, and it is conceivable that buffer, non-solar zones around large arrays may be advised. Since these will not be built near large populations, some local heating would likely be inconsequential.
  15. Ingrid Nestle 100% Erneuerbare in Europa möglich
    27.02.2008 | 10:58

    Die Diskussion, ob Atom oder Kohle schlimmer ist, können wir uns sparen. Es geht sehr wohl, auf beide zu verzichten, und das sogar ohne eine ganz neue Gesellschaftsform zu entwerfen (Dass Effizienz und Sparsamkeit trotzdem wichtig sind ist klar). Ein solches Konzept für Europa und angrenzende Regionen wurde in der Diskussion und dem Artikel bereits erwähnt, das von Gregor Czisch. In seinem Modell wird zwar keine Photovoltaik eingesetzt, dafür um so mehr Wind, und natürlich auch Wasser, Biomasse und Solarthermie. So können wir mit heutigem Stand der Technik auf 100% Erneuerbare kommen - zu Kosten, die kaum über denen für Kohlestrom liegen. Dass die Erneuerbaren dank technischem Fortschritt noch billiger werden, die fossilen aber immer teurer, ist allgemein bekannt.

    Wir haben also verschiedene Varianten, wie wir auf 100% Erneuerbare kommen können (viel PV oder kein PV, verschiedene Kombinationen aus Überkapazitäten, Speichermöglichkeiten und Netzausbau,...), eines zeigen diese Modelle aber ganz deutlich: es ist möglich und langfristig kostengünstiger als konventionelle Alternativen, die Vorteile für Umwelt und Klima noch gar nicht eingerechnet.

    Dabei spielt die großräumige Vernetzung mit Hochspannungsgleichstromübertragung eine entscheidende Rolle: Der Wind weht zwar nicht immer, aber meistens weht er irgendwo in Europa oder Nordafrika, so dass in einem vernetzten System das schwankende Angebot der Erneuerbaren ein viel kleineres Problem darstellt. Gute Windregionen mit guten Solarregionen zu verbinden trägt weiter zur Verstetigung bei. Und schließlich haben wir in den Alpen und in Skandinavien große Speicherwasserkapazitäten, die im Notfall einspringen können.

    Genauere Infos zu dem Czisch-Modell
  16. Martin Huhn PV
    27.02.2008 | 11:34

    Frau Nestle, mit PV soll Photovoltaik gemeint sein, oder? Hätten Sie auch einfach mit Photovoltaik (PV) einführen können.

  17. Ingrid Nestle PV
    27.02.2008 | 13:28

    Ja, mit PV meine ich Photovoltaik, Sie haben recht.

  18. Horst Schiermeyer 100 % erneuerbar?
    28.02.2008 | 11:29

    Die Konzentration von Zweibel + Co. auf Photovoltaik (PV) erstaunt. Für Deutschland geht man davon aus, das der Preis für PV-Strom irgendwann die "Grid parity" erreichen wird, der PV-Strom also nicht teurer sein wird als der aus dem Netz angelieferte Strom. Daher spricht vieles dafür, dass die Zukunft der PV vor allem in relativ kleinen Anlagen zur Versorgung einzelner Häuser etc. liegen wird und nicht in Großanlagen.
    PV und andere dezentrale Anlagen werden künftig einen wichtigen Anteil an der Stromversorgung haben. Aber eine 100-Prozentige Stromversorgung aus Erneuerbarer Energien (EE), die zudem sicher und kostengünstig sein sollte, lässt sich nur sicherstellen durch eine großräumige Vernetzung der EE (Windstrom von den Küsten und aus den Steppen, Solarthermischer Strom aus den Wüsten, Wasserstrom aus Gebirgen ...). Das dies funktionieren würde, haben nachgewiesen G. Czisch, s. z.B. http://www.salzburger-fenster.at/...leme_7485.html
    und die vom Club of Rome initierte "Trans-Mediterranean Renewable Energy Cooperation" (TREC) mit ihrem DESERTEC Konzept http://www.desertec.org/de/

  19. Dr. Alexander T. Stadie Solar Grand Plan
    02.03.2008 | 23:41

    Der Setup der Studie ist zentralistisch ausgelegt, zielt auf Profit der Big Coorp's und auf Leistung des Staates über Steuer. Es geht auch anders, ohne die Mojave Wüste zu "verbauen": Die erferderliche Fläche der Solarelemente um den Bedarf eines 4-Personen Haushalts zu versorgen beträgt in Gebieten wie Arizona (bis zum Wendekreis des Steinbocks in Chile) max 30qm (teilw. nur 15qm). Um ein elektr. Auto wie Aptera oder Tesla zu laden (200km Fahrt täglich), braucht man weitere 25 qm lt Hersteller. Diese 40-55qm stehen zur Verfügung auf dem Dach eines jeden Häusschens. Aber wir müssen natürlich immer noch so denken, wie die Soviets und DDR in ihren 4-Jahresplänen...
    Die Dezentralisation zerstört Profite und entzieht die Leute der Kontrolle. Ich spreche hier nur über Süden der USA, auf Mitteleuropa oder Nord USA sind diese Ideen ja eh nicht übertragbar - mangels Sonne. Aber in dem tropikalischen Gürtel der Erde leben ja fast 4 Milliarden Menschen... Und dann gibt es ja auch noch die Schaltung: Sonnenkollektor>Dampfmaschine>Generator, die auf kleinste Skala arbeiten kann - neben Mini Windgeneratoren (heute Standart bei Fischercamps in Mittelamerika) und Mini Wasserturbinen: Lichtmaschine verbunden mit Wasserrad im Fluss. So kann man Technik nutzen zum Vorteil der Menschen und nicht diegleiche ins Geld umrechnen.



    Antwort der Autoren:
    People use energy 24/7, year round. This raises the question of how many people are willing to invest in distributed power systems to satisfy their energy needs. To date, the answer is not many. Therefore, it is the authors’ opinion that centralized power systems will likely continue to be the public’s choice in the renewable energy future.

    We may be proven wrong since renewable energy systems do open the door to widespread adoption of point source energy systems. But first the cost must be reduced, which is the rationale for the “fast-track” deployment schedule we advocate, and then inexpensive small scale electricity storage has to be developed.
  20. Bieski Weltrettung
    04.03.2008 | 02:55

    Eine Ausrichtung auf Anwendung nur einer oder weniger Energieerzeugungstechnologien, wie im
    Vorschlag der Amerikaner vorgesehen, kann die anstehenden Energie- und Klimaprobleme keinesfalls
    lösen. Nur weltweite Energiekonzepte werden zum Erfolg führen.
    Es gibt keinen Fortschritt und auch keine Technik ohne Risiko. Aber es gibt Möglichkeiten dieses
    Risiko kalkulierbar zu machen. Der Energiehunger der Menschheit wird weiter zunehmen. Ist doch der soziale Zustand und der bestehende Wissenschaftsstand ( Fortschritt) einer Zivilisation im Wesentlichen von der Höhe des ihr zur Verfügung stehenden Energieaufkommen abhängig. Da nutzen weder kleinliche Einsparappelle noch die Heraufbeschwörung von Katastrophen etwas. Wenn die Menschheit weiter zunimmt und zu gleicher Zeit eine gerechtere Energieverteilung auch zu Gunsten der bereits nach dem heutigen Stand weit unterversorgten Teile der Menschheit erfolgen soll und dazu noch eine Steigerung des wissenschaftlichen Fortschritts notwendig ist, muss eine riesige Steigerung des Energieaufkommens erfolgen. Dazu müssen alle künstlich geschaffenen Tabus fallen und alle derzeitigen Erzeugungsmöglichkeiten erst einmal genutzt werden. Mit den gerade bei uns so gepriesenen so genannten erneuerbaren Energien allein ist der heute schon bestehende und Zukunft enorm steigende Energiehunger der Menschheit nicht zu stillen.
    Es ist daher verwerflich, wenn Staaten mit einem hohen wissenschaftlichen Niveau und technischen Möglichkeiten zum Beispiel die Nutzung der Atomkraft derzeit technisch rückständigen Ländern überlassen. Das dabei auftretende Risiko hat globalen Charakter. Leider hat ja die in Deutschland erschaffene Angst vor dieser Technik zu einem enormen Abbau bereits einmal vorhandenen wissenschaftlichen und technischen Potentials geführt. Auch die derzeit geführte Klimadebatte
    wird den zunehmenden Energiehunger einer weiter zunehmenden Menschheit nicht zu einem Energieverzicht und damit weiterer Rückständigkeit bewegen können. Erst bei Verfügung über
    ein großes und den tatsächlichen Bedarf übersteigenden Energieangebotes, wird man dann auch
    alle Menschen zu einer Klimaschonenden Energieherstellung bewegen können.
    Dazu ist es erforderlich, ohne jegliche Einschränkungen, zusätzliche neue Formen der Energiegewinnung zu erforschen und zur Anwendungsreife zu bringen. Eine riesige und große Kosten verursachende Aufgabe. Diese können weder einzelne Energieversorger, keine private Gesellschaften noch einzelne Staaten erbringen. Nur ein globales Netzwerk, in dem besonders die führenden Wirtschaftsnationen in einem abgestimmten und staatlich finanziertem Gemeinschaftsprogramm wirken, kann diese derzeit größte Herausforderung der Menschheit lösen. Energiemangel bedeutet Rückschritt, Armut und letzlich Untergang.Viele untergegangene Hochkulturen haben das bereits vor uns erfahren.
    Warten wir nicht darauf.

szmtag